Bild

privat

"80 Prozent wollen nur Sex" – wenn du als Frau ein WG-Zimmer suchst

Vanessa Willi will einfach nur ein neues WG-Zimmer finden. Seit dem Frühling kommt sie bei einer Bekannten unter, arbeitet abends als Komikerin – und kämpft tagsüber mit Tausenden Mitbewerbern auf dem Berliner Wohnungsmarkt um ein Zimmer.

Doch statt mit Vermietern über Kautionen zu diskutieren, spricht die 25-Jährige viel öfter mit ihnen über Sex. Über "schöne Stunden". Und über Öl-Massagen. 

Das ist Vanessa:

GuMo, ich habe heute leider keinen Kaffee für dich. ✨

Ein Beitrag geteilt von Vanessa (@haltwirklich) am

Nach sechs Monaten sagt Vanessa:

"Am Anfang hat es mich wirklich erstaunt, wie viele Vermieter versuchen, mit Zimmer-Angeboten Frauen ins Bett zu kriegen. Mittlerweile frustiert es mich nur noch."

Das Spiel beginnt immer gleich: Auf wg-gesucht oder einer anderen Stelle im Netz findet Vanessa eine Anzeige für ein WG-Zimmer. Die Lage scheint nett, die Wohnung schön – und der Preis sieht auch ganz gut aus. 

Also schreibt sie den Vermieter an. Und was kommt dann? 

Sowas zum Beispiel:

Bild

haltwirklich/twitter

"Gegenleistung":

Bild

haltwirklich/twitter

Vanessa sagt, sie habe sich an die Anfragen mittlerweile gewöhnt.

Beim Scrollen durch ihr Smartphone schätzt sie:

"80 Prozent wollen nur Sex."

Vanessa:

"Was mich so ärgert: Ich will doch einfach nur ein Zimmer, und keinen Job als Prostiuierte."

Die Screenshots dieser Sex-Anfragen von Berliner Vermietern, die Vanessa auch auf ihrem Twitter-Account teilt, sind laut Vanessa nur ein Bruchteil von den vielen Sex-Anfragen, die junge Frauen auf Wohnungssuche täglich erreichen. Auch Freundinnen erzählen ihr davon.

"Gegenleistung" einfordern: Warum machen Männer sowas?

Vanessa hat eine Vermutung: "Gerade in Berlin ist der Wohnungsmarkt echt verdammt hart. Es ist fast unmöglich, hier ein gutes Zimmer zu bekommen. Und dann gibt es eben Typen, die die Not von jungen Frauen gnadenlos ausnutzen."

Die sexuelle Belästigung geht über das Chatten hinaus. Vanessa erinnert sich: "Ich war auch schon bei Wohnungsbesichtigungen, wo die Vermieter anfangs noch wirklich nett waren. Als ich dann in der Wohnung stand, begannen die Anspielungen, die Blicke. Da bin ich sofort abgehauen."

Mittlerweile geht Vanessa nicht mehr alleine auf Wohnungsbesichtigungen, sie nimmt eine Freundin mit. 

Jungen Frauen auf Wohnungssuche rät sie außerdem, sich die Wohnungsangebote genau anzuschauen: "Wenn das Zimmer in einem Trend-Bezirk wie Berlin-Mitte liegt, und dann auch noch wahnsinnig günstig ist – dann hat der Vermieter meist etwas anderes im Sinn."

Vanessa bleibt also weiter auf Wohnungssuche. Bis sie irgendwann auf einen Vermieter trifft, der sich einfach nur eine Mieterin wünscht.

Interview

Epidemiologe Markus Scholz hält FFP2-Maskenpflicht für "kaum praktikabel"

Am Montag führt Bayern als erstes Bundesland das verpflichtende Tragen einer FFP2-Maske im öffentlichen Nahverkehr sowie in Geschäften ein. Für viele kommt dieser Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plötzlich: Wie kann die Tragepflicht umgesetzt werden? Und können die Masken, die bisher eher Menschen aus Risikogruppen sowie medizinischem Fachpersonal vorbehalten waren, die breite Masse wirklich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen?

Ob die FFP2-Maske wirklich …

Artikel lesen
Link zum Artikel