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Obdachloser Hartz-IV-Empfänger in "Armes Deutschland": "Vermisse das Nachhausekommen"

"Ohne Wohnung keine Arbeit – ohne Arbeit keine Wohnung." Mit diesen Worten fasst Carsten aus Berlin sein Schicksal zusammen.

Der 48-Jährige ist Protagonist der RTL-2-Sendung "Armes Deutschland", lebt seit einem Jahr von Hartz IV – und ist dennoch obdachlos. Nun bestreitet Carsten sein Leben mit 2,50 Euro pro Tag. Der Großteil seines Hartz-IV-Satzes, 300 Euro, geht für die Tierpension drauf, in die er seine beiden Hunde gegeben hat, "weil ich die nicht mit auf die Straße nehmen möchte", wie Karsten in der Sendung sagt.

Aus gesundheitlichen Gründen wurde Karsten Hartz-IV-Empfänger

Der gebürtige Koch musste Anfang 2016 aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeitsstelle aufgeben. Als er wieder imstande war, sich einen neuen Job zu suchen, fand er keinen mehr – und kam schließlich vom Arbeitslosengeld I zu Hartz IV.

Die Miete für seine damalige Wohnung hatte das Jobcenter nicht übernommen – wahrscheinlich lag der Quadratmeterpreis über der regional festgelegten Höchstgrenze. Als musste Carsten seine Wohnung aufgeben. Und lebt seitdem auf der Straße.

Sein Alltag besteht vor allem aus Flaschensammeln, Essen suchen – eben "gucken, wo ich was bekommen kann", wie er sagt. Gerade in den kalten Monaten ist es schwierig, auf der Straße zu überleben: Noch herrschen niedrige Temperaturen in der Nacht, ins Obdachlosenheim zu gehen ist allerdings auch keine Alternative wegen des dort stark vorherrschenden Alkohol- und Drogenkonsums, meint Carsten.

Was ihm bei seinem Leben auf der Straße am meisten fehlt? Anscheinend ist es weder Geld noch Nahrung, denn Carsten sagt in der Sendung:

"Ich vermisse das Nachhausekommen."

Hartz-IV-Empfänger und obdachlos – Carsten gibt dennoch nicht auf

Trotz seiner schwierigen Situation scheint Carsten die Hoffnung nicht aufzugeben: So geht er häufig in die Bibliothek, nicht nur, weil er dort ein Dach über den Kopf hat:

"Ich komme hierher in die Bibliothek, um die Tageszeitung zu lesen und mich kulturell ein bisschen weiterzubilden."

Nebenbei versucht Carsten, wieder in seinen Beruf einzusteigen – trotz über 20 Jahren Erfahrung als Koch ist das allerdings schwieriger, als gedacht: Häufig werden eher Jungköche zum Einlernen gesucht, die meist auch weniger Gehalt kosten.

So hat Carsten das Gefühl, in einem Teufelskreis festzustecken, schließlich kann er sich ohne Arbeit keine neue Wohnung leisten. Als Obdachloser Ende 40 wird er allerdings Schwierigkeiten haben, einen neuen Job zu finden.

Schließlich findet Carsten Arbeit – nur, um sie gleich wieder zu verlieren

Zwischenzeitlich scheint es für Carsten dennoch bergauf zu gehen: Er kommt eine Zeit lang bei einer Freundin unter, findet eine neue Stelle als Fließbandarbeiter – von der er nur zwei Wochen später wieder laut eigener Aussage freigestellt wird, weil ein Haftbefehl gegen ihn läuft. "Wegen Erschleichung von Leistungen, das ist Schwarzfahren in der S-Bahn oder U-Bahn", erklärt Carsten in der Sendung. Altlasten aus der Zeit als Obdachloser.

Zuletzt lebte Carsten wieder auf der Straße – mittlerweile kann ihn das Team von RTL 2 allerdings nicht mehr erreichen. Ob er es geschafft hat, aus seinem Teufelskreis auszubrechen, werden wir vorerst also nicht erfahren.

(ak)

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