Agentur für Arbeit und Jobcenter Dortmund *** Employment Agency and Job Centre Dortmund

Ein Jobcenter spielt Weihnachten (Symbolbild). Bild: imago images / Olaf Döring/Getty/watson

Jobcenter spielt Weihnachtsmann für Hartz-IV-Empfänger

Es kann so einfach sein. Schon seit Jahren fordern die Linkspartei und Verbände immer wieder, dass Hartz-IV-Empfänger ein Weihnachtsgeld bekommen sollten – bisher ohne Erfolg. Ein Jobcenter in Süddeutschland ist da schon weiter – und zeigt, wie man das Problem einfach und unbürokratisch lösen kann.

Diakonie-Chef Ulrich Lilie etwa fordert ein Weihnachtsgeld von mindestens 30 Euro für Hartz-IV-Empfänger. Die Sozialhilfe beinhaltete eine Weihnachtsbeihilfe von gut 32 Euro. Mit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 ist diese Summe in der Sozialhilfe ersatzlos weggefallen.

Immer wieder stehen die Jobcenter in der Kritik. Der jüngste Vorwurf des Bundesrechnungshofes: Sie kümmern sich nicht ausreichend um die Wiedereingliederung von Leistungsempfängern in den Arbeitsmarkt. Dazu kommt, dass den Empfängern von Hartz IV im kommenden Jahr höhere Kosten durch nicht ausgeglichene Strompreissteigerungen drohen.

Jobcenter und Hartz IV: Vorbildlich vorweihnachtlich

Es geht aber auch anders. Bereits seit mehreren Jahren ermöglichen die Mitarbeiter des Jobcenters Heidenheim auf der schwäbischen Alb zu Weihnachten Geschenke für die Kinder von Hartz-IV-Empfängern. Darüber berichtet die "Heidenheimer Zeitung".

Dafür spenden die Mitarbeiter gebrauchtes, gut erhaltenes, aber auch neues Spielzeug. Dazu kommt auch Kleidung für kleinere und größere Kinder, wie es in einer Mitteilung des Jobcenters heißt.

Das alles liegt in der Vorweihnachtszeit unter einem Weihnachtsbaum im Wartebereich des Jobcenters. Leistungsbezieher dürfen sich das passende Geschenk für ihre Kinder aussuchen und mitnehmen – ohne zuvor Dutzende Formulare und Anträge ausfüllen zu müssen. Denn: Wichtig sei dem Jobcenter, dass das Ganze zwanglos erfolge.

(om)

Meinung

Seit fast 15 Jahren Hartz IV: "Die Arbeitgeber verlangen zu viel"

Jens (Name von der Redaktion geändert) ist 48 und hat vor fast 20 Jahren seinen Job bei einem Chemie-Werk verloren. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 ist er auf soziale Leistungen angewiesen. Bei watson spricht er über seine zahlreichen Bewerbungen und über die teils extrem hohen Anforderungen der Arbeitgeber – trotz Mindestlohn oder sogar noch weniger Gehalt.

Eine Bewerbung muss ich diesen Monat noch abschicken – dann habe ich mein Soll erfüllt. Vier Mal monatlich muss ich mich bewerben, so will es das Jobcenter. Denn ich lebe von Hartz IV.

Meine Vollzeitstelle als Chemikant habe ich bereits 2001 verloren, als das Werk, in dem ich gearbeitet habe, geschlossen wurde. Seit 2005, als das System eingeführt wurde, beziehe ich Arbeitslosengeld II, wie Hartz IV eigentlich heißt.

Ob Bewerbungstraining oder Computerkurs, Beratungsgespräche oder angedrohte …

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