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Bild: Getty Images / watson Montage

Flaute im Bett? Das könnten die Gründe sein, sagt eine Paarberaterin

Am Anfang macht man es vielleicht jeden Tag, manche sogar mehrmals täglich. Dann wöchentlich. Dann nur noch monatlich. Und einige tun's nur noch jährlich oder gar nicht mehr. Die Rede ist natürlich von: Sex.

Wir leben in der Annahme, dass Erotik ein wichtiger Teil einer Liebesbeziehung ist – und für die meisten Menschen ist das wahrscheinlich auch so. Darum setzen wir eine glückliche Beziehung oft auch mit einem glücklichen Sexleben gleich – und ein glückliches Sexleben wird meist daran gemessen, wie oft man miteinander schläft.

Dementsprechend leiden viele Beziehungen darunter, wenn im Bett nichts mehr läuft. Dabei geht es bei Sex um mehr, als eine Quote zu erfüllen (die übrigens niemand jemals festgelegt hat).

Dabei können die Gründe, warum zwei Partner nicht mehr miteinander schlafen, vielfältig sein – und am Ende ist weniger Sex vielleicht auch gar nicht so schlimm.

In manch einer Beziehung stimmt das Sexleben von Anfang an nicht

"Bei manchen Paaren passt der Sex von Anfang nicht", meint die psychologische Beraterin Sabine Weiss aus Wien. Der Liebeskummer-Expertin begegnen in ihrer Praxis immer wieder Paare, die um ihre Beziehung bangen, weil es im Bett nicht mehr klappt – und einige von ihnen merken nicht, dass der Sex von Anfang an vielleicht gar nicht so viel Spaß gemacht hat.

Wie kann es allerdings sein, dass man nicht merkt, ob man guten Sex mit seinem Partner hat? Weiss meint: "Wenn man frisch verliebt ist, geht man noch öfter miteinander ins Bett, auch wenn es vielleicht nicht so passt oder gefällt."

Wenn die erste Verliebtheit allerdings vorbei sei, dass lasse auch die Bereitschaft zum Sex nach, so Weiss. Allerdings auch nicht immer: Gerade viele Frauen schlafen weiterhin mit ihren Partnern, obwohl sie mit dem Sex an sich eigentlich gar nicht glücklich sind – "damit der Partner zufrieden ist oder auch weil sie nicht wissen, wie sie es ansprechen sollen".

"Viele Frauen lassen den Sex auch einfach stillschweigend über sich ergehen", sagt Weiss. "Die meisten von ihnen denken: 'Die zehn Minuten halte ich still, und dann habe ich wieder eine Woche Ruhe.'"

Die sexuellen Grundbedürfnisse in einer Beziehung können grundverschieden sein

Je länger und stabiler die Beziehung allerdings ist, so Weiss, umso mehr geht die Bereitschaft zurück, Sex zu haben, wenn man ihn eigentlich gar nicht so sehr genießt.

Bei vielen Paaren flaut das Sexleben auch ab, sobald Kinder ins Spiel kommen, meint Weiss, oder auch bei hormonellen Veränderungen, wie zum Beispiel die Wechseljahre bei der Frau. "Auch wenn die Gesamtbelastung im Alltag zu groß wird, kommt der Sex manchmal zu kurz", meint Weiss. "Kurz vor dem Burnout passiert im Bett eben nicht mehr viel."

Muss das denn jetzt immer gleich so schlimm sein, wenn man nicht mehr so viel Sex in der Beziehung hat? Nicht unbedingt, schließlich können die sexuellen Grundbedürfnisse sehr unterschiedlich sein, sagt die Beraterin. Ein Beispiel aus ihrer Praxis:

"Letzte Woche hat mich ein Mann kontaktiert, der seine Beziehung in Gefahr sieht, weil er und seine Partnerin nur noch zwei Mal am Tag Sex haben. Für andere wäre das in der Kennenlernphase schon viel zu viel."

Eine Beziehung mit wenig Sex kann auch glücklich sein

Wenn die Partner nur einmal pro Monat oder auch seltener Sex haben, ist das kein Problem, sofern beide Partner mit diesem Rhythmus einverstanden sind: "Da gibt es keine externen Kriterien."

Weiss meint, dass wir das Thema Sex oftmals viel zu sehr aufblasen – es manchmal allerdings auch unterschätzen:

"Für die einen ist Sex ein Grundbedürfnis so wie Essen. Andere können auch jahrelang ohne. Natürlich können die Vorstellungen da auseinander gehen, und die Konflikte, die das auslösen kann, sollte man nicht unterschätzen."

Idealerweise sollten die Partner laut Weiss miteinander über ihre Wünsche und Bedürfnisse sprechen können, damit Sex eben nicht unnötig zum Problem hochstilisiert wird.

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