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Bild: facebook.com/garbiczfestival

10.000 Electro-Fans fürchteten Absage des Garbicz-Festivals – jetzt gibt es ein Happy End

Das Garbicz-Festival in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze hat sich seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2013 vom absoluten Geheimtipp zu einem Magnet für Fans von elektronischer Musik entwickelt: Umgeben von Kiefernwäldern tanzen 10.000 Besucherinnen während jeweils fünf Tagen inmitten einer liebevoll eingerichteten Szenerie aus Holzbauten am Ufer eines Sees zu Electro-Acts. Die Veranstalter stammen aus der Berliner Clubszene und stehen mit legendären Lokalen wie dem Kater Blau oder der Bar 25 in Verbindung.

Die Ausgabe 2019 soll am 1. August losgehen, die 10.000 Tickets sind längst ausverkauft. 300 Freiwillige befinden sich bereits vor Ort und arbeiten unter Hochdruck an Bühnen, Bars und anderen Aufbauten. Auf dem Line-up stehen Szenegrössen wie Extrawelt, Dirty Doering oder die Schweizerin Sonja Moonear. Doch zwei Tage, bevor das Festival seine Tore öffnen soll, fragt sich das Partyvolk, das auf gepackten Taschen und bezahlten Tickets sitzt, ob das Garbicz dieses Jahr ins Wasser fällt.

Wie der Berliner Tagesspiegel vergangene Woche berichtete, hatte Ryszard Stanulewicz, der Bürgermeister der Stadt Torzym, auf deren Gebiet das Festivalgelände liegt, den Veranstaltern die Genehmigung verweigert. Vordergründig wurde die Absage an die Veranstalter mit Klagen über Lärm und Menschenmassen durch Bewohner des nahe gelegenen Dorfs Garbicz begründet. Außerdem stufe die Gemeinde das Festival erstmals als "Massen-Risikoveranstaltung" ein.

Entscheid widerrufen

Die Lokalzeitung Gazeta Lubuska vermutete einen anderen Grund. Die polnischen Verteter der Festival-Organisatoren hätten im Wahlkampf einen Gegner von Bürgermeister Stanulewicz unterstützt. Das nehme ihnen Stanulewicz nun übel, weshalb er die Bewilligung verweigere.

Die Festival-Macher jedenfalls bestritten die von den Behörden genannten Mängel bei Lärm- und Sicherheitsfragen. Sie verbreiteten Optimismus und versicherten den Ticketbesitzern per Facebook-Video, das Festival werde auf jeden Fall stattfinden:

Vergangene Woche reichten die Festival-Macher eine Beschwerde beim lokalen Verwaltungsgericht ein – und bekamen am Dienstag, lediglich zwei Tage vor Festivalbeginn, Recht. Wie Garbicz-Sprecher Dariusz Tuzimek am Dienstagnachmittag zu watson sagte, habe die Beschwerdeinstanz die Entscheidung des Bürgermeisters für nichtig erklärt und dem Festival die notwendige Bewilligung erklärt. Tuzimek, der gerade per Auto zum Festivalgelände unterwegs war, sagte am Telefon, die Macher seien "müde, aber überglücklich". Jetzt freuen sich Tuzimek und seine Mitstreiter auf die Besucher und sind glücklich, dass die vielen hundert Stunden Aufbauarbeit nicht umsonst gewesen sind.

(cbe)

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