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Middle-age woman buying vegetables at the market

Bild: Getty Images/iStockphoto

ZDF deckt auf: Gammel-Obst und Darmbakterien bei Penny und Netto

Tiefrote Tomaten, leuchtendgelbe Bananen oder saftiggrüner Brokkoli: Obst und Gemüse müssen stets frisch sein. Das gilt für Discounter und Supermärkte gleichermaßen. Trotzdem kommt es vor, dass ein Apfel matschig ist oder sich in einer Rebe ein, zwei faulige Trauben verstecken.

Tragisch ist das nicht. In der Regel sortieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verdorbenes aus. Übersehen sie etwas, können die Kunden daraufhinweisen. Dennoch treten in manchen Geschäften gravierende Qualitätsprobleme auf.

Der ZDF-Einkaufscheck "Penny oder Netto?" mit Nelson Müller zeigt, dass es in beiden Discountern Probleme mit verdorbenem Obst und Gemüse sowie der Hygiene allgemein gibt. So seien in Berliner Penny-Märkten Böden und Lager verschmutzt und in Netto-Filialen fauliges Gemüse in der Auslage.

Darmbakterien und Keime bei Penny und Netto

Um zu sehen, wie es um die Hygiene beider Discounter steht, nahm das Doku-Team Proben in rund 20 Filialen und ließ diese in einem Labor untersuchen. Es stellte sich heraus, dass sich in einigen Märkten vermehrt Keime auf der Gemüsewaage sammelten.

Ebenfalls eklig: Auf den Pfandautomaten wurden Darmbakterien nachgewiesen.

Insgesamt seien alle gemessenen Werte jedoch gesundheitlich unbedenklich. Nach dem Einkaufen kann es trotzdem nicht schaden, sich die Hände zu waschen.

Es bleibt die Frage, wieso es in den Discountern zu solchen Mängeln kommt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) weist das auf ein Problem hin: "Wenn ich fauliges Obst oder Gemüse in der Auslage finde, zeigt das, dass das Personal nicht ausreicht", erklärt die ver.di-Mitarbeiterin Erika Ritter in der ZDF-Doku.

Der Personalmangel rührt daher, dass das Sortiment in beiden Märkten wachse, die Mitarbeiterzahl aber nicht. Mittlerweile gibt es bei Netto 5000 Produkte und bei Penny 3500. Letzterer erklärte, dass im Schnitt drei Mitarbeiter pro Schicht arbeiten. Diese müssen einräumen, kassieren und putzen. Netto äußerte sich nicht dazu.

Bei Netto bringt wenig Personal maximalen Profit

Wie kann es zu den in der Doku dargestellten Mängeln bei Netto kommen? Eine Erklärung ist, wie einzelne Filialen intern bewertet werden. Laut einer Anfang 2019 durchgeführten ZDF-Recherche entscheidet für die Chefetagen von Netto eine simple Rechnung darüber, wie profitabel eine Filiale ist: Umsatz durch Mitarbeiterstunden.

Je größer das Ergebnis, desto ertragreicher der Markt, was im Klartext schlichtweg heißt: Je weniger Mitarbeiter bei Netto arbeiten, desto mehr Profit.

Watson hat bei beiden Discountern angefragt, ob die Hygieneprobleme im direkten Zusammenhang mit dem Personalmangel stünden und wie sie künftig dagegen vorgehen möchten. Zudem fragten wir Netto nach der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl pro Schicht. Eine Antwort gab es bisher nicht.

In der ZDF-Doku kündigte Netto zumindest an, die Hygienevorwürfe zu prüfen.

Transparenzhinweis: In einer vorherigen Fassung des Artikels wurde die Stundenleistung mit der Formel "Mitarbeiterstunden durch Umsatz angegeben. Das war falsch. Richtig ist: "Umsatz durch Mitarbeiterstunden". Der Text wurde entsprechend korrigiert und wir bitten um Entschuldigung.

(tkr)

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