Mit seinem eigenen Lieferdient will dm auf den Trend zum Online-Shopping reagieren und gleichzeitig die Umwelt schonen.
Mit seinem eigenen Lieferdient will dm auf den Trend zum Online-Shopping reagieren und gleichzeitig die Umwelt schonen.
Bild: IMAGO / Rupert Oberhäuser
Gute Nachricht

Drogeriekette dm testet nachhaltigen Lieferservice

21.05.2021, 07:14

Der Drogeriemarkt dm testet ein neues Konzept für einen eigenen Lieferdienst, der besonders nachhaltig sein soll. Es handelt sich um sogenannte "Same-Day-Deliverys" – Bestellungen einzelner Produkte bei dm sollen mit einem Liefersystem noch am selben Tag im Haushalt eintreffen. Damit will die Drogeriekette nicht zuletzt dem Internet-Riesen Amazon Paroli bieten.

Das Besondere: Ähnlich wie man es von Essenslieferdiensten wie Lieferando kennt, testet dm nun die Lieferung per Fahrrad.

Solange es sich um einen Werktag handelt und die Bestellung vor 16 Uhr eintrifft, erfolge die Lieferung noch am selben Tag. Lieferanten sollen die von Kunden auf der Homepage oder der dm-App bestellte Ware zwischen 18 und 21 Uhr zur Wohnung der Kunden liefern.

Konzept wird in Karlsruhe getestet – positives Zwischenfazit

In Karlsruhe wird das Konzept zunächst getestet. Hier soll sich herauskristallisieren, ob ein Lieferservice vielleicht bald in ganz Deutschland eingeführt wird.

Eine Woche nach Beginn des Projekts zieht dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer ein erstes Zwischenfazit – und das fällt vielversprechend aus. Auf Anfrage von watson, wie der Dienst von den Kunden angenommen wird, antwortet Bayer: "Anhand der positiven Kundenrückmeldungen und der steigenden Bestellzahlen können wir feststellen, dass die Express-Lieferung gut angenommen wird. Unsere Kunden schätzen insbesondere die schnelle und umweltfreundliche Auslieferung durch das neue Angebot. Zudem zeigen unsere bisher gesammelten Erfahrungen, dass die technischen und organisatorischen Prozesse gut funktionieren und wir arbeiten bereits daran, den Service beispielsweise mittels Live-Tracking weiterzuentwickeln."

dm will Lieferungen künftig per Lastenfahrrad ausliefern.
dm will Lieferungen künftig per Lastenfahrrad ausliefern.
bild: newsroom.dm.de

Nachteil: Hohe Versandkosten

Doch ob das Konzept in ganz Deutschland so funktioniert, ist nicht gesagt. Die Versandkosten sind hoch und dadurch nicht für jeden attraktiv. Pro Lieferung schlägt dm 7,95 Euro Versandkosten drauf. Ab einem Bestellwert von 49 Euro verringert sich die Liefergebühr auf insgesamt drei Euro. Außerdem hat der Händler ein dichtes Netz aus Filialen aufgebaut und es erscheint oft leichter, schnell selbst in den nächsten Drogeriemarkt zu gehen.

Ob sich eine Ausweitung lohnt, wird die Testphase zeigen. "Die Testphase dient dazu, Erfahrungen und Kundenrückmeldungen zu sammeln. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden wir dann prüfen und entscheiden, ob eine Ausweitung des Services auf andere Städte möglich ist", erklärt dm-Vorstand Bayer gegenüber watson.

Drogeriekette verweist auf nachhaltigen Prozess

Doch trägt die Drogeriekette mit ihrem neuen Projekt zu einem nachhaltigeren Einkaufen bei? Bei dm ist man zumindest überzeugt davon: "Unser Service zeichnet sich insbesondere durch kurze Transportwege aus. So stammen die bestellten Produkte aus dem Warenbestand des dm-Marktes in der Kaiserstraße 92 in Karlsruhe, werden von den Kolleginnen und Kollegen vor Ort gepackt und einem Kurier übergeben", betont Bayer gegenüber watson.

Außerdem handle es sich um ein "umweltfreundliches Lastenrad", das zum Einsatz komme. "Aufgrund des kurzen Transportweges und den verwendeten Transportboxen können die bestellten Produkte zudem in wiederverwendbaren und recycelbaren Papiertüten verpackt werden. So ist auch weniger Füllmaterial notwendig, um den Schutz der Ware beim Transport gewährleisten zu können", teilt der dm-Vorstand mit.

(vdv)

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