Nachhaltigkeit
A curious porpoise under the water.

Die Schweinswale sind die häufigsten Wale in der Nord- und Ostsee. Bild: iStockphoto / BrendanHunter

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Rettet die Schweinswale! Bundeswehr beendet Sprengungen in der Ostsee

Sie waren lange umstritten und besonders Umwelt- und Tierschützern ein Dorn im Auge: Die Sprengungen der Bundeswehr in der Ostsee kosteten vielen Schweinswalen und anderen Meeresbewohnern das Leben. Jetzt hat ein Sprecher des Bundeswehramtes bekannt gegeben, dass die Sprengungen bei der Gemeinde Damp in Schleswig-Holstein eingestellt werden.

Ein Sprecher des Bundeswehramtes erklärte laut "Flensburger Tageblatt": "Da der Naturschutz für die Bundeswehr eine große Rolle spielt, wurde entschieden, vorerst keine Sprengungen in der Ostsee durchzuführen. Eine Neubewertung erfolgt erst, wenn sichergestellt ist, dass alle Vorkehrungen des Naturschutzes greifen."

Die Auswirkungen der Sprengungen waren massiv: Wurde eine Grundmine, also eine Mine, die im Meer liegt, gesprengt, entstand ein 1,5 Meter tiefer und fünf Meter breiter Krater im Boden. In einem Umkreis von zehn bis 30 Metern starben alle Lebewesen.

2019 wurden in verschiedenen Teilen der Ostsee Sprengungen durchgeführt, die auf erheblichen Widerstand seitens der Naturschützer stoßen. Ein Manöver der Marine am Fehmarnbelt, bei dem britische Seeminen aus dem Ersten Weltkrieg gesprengt wurden, hatte den Tod von 18 Schweinswalen zur Folge. Und das, obwohl die Wasserstraße zwischen Lolland und Fehmarn ein Meeresschutzgebiet ist.

Nabu erkennt Verstoß gegen Naturschutzrecht

"Die Sprengungen im Meeresschutzgebiet ignorieren geltendes Naturschutzrecht", sagt Kim Cornelius Detloff, Leiter Meeresschutz beim Nabu im "Flensburger Tageblatt". "Sie zeigen auch die unzureichenden Umweltstandards der Marine und das Komplettversagen der Politik. Wider besseres Wissen drückt sich hier die Bundesregierung um ihre Verantwortung."

Der Bestand der Schweinswale, die nah verwandt sind mit den Delfinen, ist bereits bedroht, weil sie oft als unerwünschter Beifang in Fischernetzen landen. Die Sprengungen verringerten also ihren ohnehin schon geringen Bestand, zudem, so Naturschützer, belasten freigesetzte Giftstoffe Fische und Umwelt.

(sb)

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