Nachhaltigkeit
Low angle view of forest in springtime

Aufforstung von der Couch aus? Das Internet macht es möglich. Bild: Getty Images

Essen spenden, Bäume pflanzen: Fünf Wege, um die Welt trotz Corona zu verbessern

Wer Gutes tun will, hat es momentan nicht leicht. Das Coronavirus dämpft jede Form von Aktivismus und Umweltprojekte lassen sich bei Kontaktbeschränkungen und Infektionsangst kaum oder nur in abgespeckter Form umsetzen.

Was können Altruisten also tun? Online-Petitionen unterschreiben und das Risiko eingehen, von ihren höhnischen Freunden als "Slacktivist" bezeichnet zu werden?

Das muss nicht sein. Führen doch viele Wege in eine bessere Welt. Dem Internet sei Dank. Denn die digitalen Möglichkeiten, einen Beitrag zu leisten, sind vielfältig und leicht umzusetzen.

Watson hat fünf Beispiele herausgesucht, mit denen sich die Welt ein Stückchen verbessern lässt.

Mit dem Smartphone Plastik bekämpfen

Irgendwie gehört das Meckern über den unnötigen Plastikverbrauch vieler Unternehmen zum Einkauf dazu. Blöd nur, wenn die Hasstiraden die Schuldigen nicht erreichen, weil sie, wenn überhaupt, nur im persönlichen Umfeld ausgesprochen werden. Damit die Kritik auch gehört werden kann, hat der Verein "Küste gegen Plastik" die App ReplacePlastic (iOS, Android) entwickelt.

Das funktioniert folgendermaßen: Nutzer scannen die Barcodes von Produkten, die ihrer Meinung nach einen zu hohen Plastikverpackungsanteil vorweisen. Die gescannten Produkte werden darauf bei dem Verein gemeldet.

Nach vier Wochen oder sobald 20 Meldungen zusammenkommen, leitet der Verein die Anzahl der Meldungen via Mail zum Hersteller weiter. Der Verein bekommt nach eigenen Angaben mehrere hundert Meldungen täglich. Unter anderem wurden bereits Rewe, Edeka, Aldi, Nestlé und Unilever kontaktiert.

Das hat Wirkung. Der Tee-Hersteller Stick & Lembke änderte nach mehreren Meldungen die Produktverpackung. So werden die Teebeutel dort nicht mehr in Plastik, sondern in einer gartenkompostierbaren Folie verschweißt.

Elektrogeräte spenden

Ausgediente Computer, Smartphones oder Tablets landen meist im muffigen Keller oder zwischen Umzugskartons und Einmachgläsern in der Abstellkammer. Will man sich dann doch ihrer entledigen, landen sie auf dem Recyclinghof – und hoffentlich nicht im Hausmüll. Dabei gibt es auch andere Möglichkeiten, sich von alten Geräten zu trennen.

Die Organisation Germanwatch hat einige aufgelistet. Dazu zählen auch Verschenkportale wie Alles und Umsonst oder Freecycle. Darüber hinaus gibt es noch das Portal pc-spende.de, wo gebrauchte Computer an Schulen gespendet werden können.

Bäume pflanzen

Aufforstung geht auch von der Couch aus. Auf der Website Treedom kannst du gegen Bezahlung einen Baum pflanzen lassen. Ort und Pflanzenart kannst du selbst aussuchen. Zudem wird dort erläutert, wie viel Kohlendioxid der Baum deiner Wahl speichert.

Möchtest du kein Geld ausgeben, kannst du auch die Berliner Suchmaschine Ecosia nutzen. Dort werden (wie bei Google) gesponserte Suchergebnisse angezeigt. Wer darauf klickt, sorgt dafür, dass Geld zu den Verantwortlichen der Suchmaschine fließt. 80 Prozent des Einnahmeüberschusses investieren sie in Aufforstungsprojekte.

Tech Fact: Ecosia nutzt die Ergebnisse von Microsofts Bing-Suche. Falls du mit diesen unzufrieden bist, kannst du über Ecosia Google ansteuern.

Die Rechenleistung teilen

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sich an der Erforschung von Medikamenten zu beteiligen. An Studien teilnehmen, Spenden oder selbst Wissenschaftler werden.

Eine weitere Möglichkeit: Das von der Universität Stanford ins Leben gerufene Projekt Folding@Home. Weder Geld noch Fachwissen werden dabei vorausgesetzt. Ein Computer reicht.

Denn dabei wird auf die nicht genutzte Rechenkraft von Grafikkarten und Prozessoren zurückgegriffen. Die wird genutzt, um Proteine virtuell zu falten, was einen Beitrag zur Grundlagenforschung neuer Medikamente liefert. Das Verfahren läuft im Hintergrund ab. Doch bedenke: Der Stromverbrauch deines Rechners fällt dadurch höher aus als gewohnt.

Essen spenden

Die Vereinten Nationen veröffentlichten eine App, mit der Kindern in Entwicklungsländern Schulmahlzeiten gespendet werden können. Über Share the Meal (iOS, Android) kannst du für rund 2,50 Euro einem Kind eine vollwertige Mahlzeit spendieren und damit einen Beitrag zum Kampf gegen Kinderarmut leisten.

Denn wie soll sich auch jemand konzentrieren und leistungsfähig sein, wenn er nicht isst? Kommt beides zu kurz, leiden die schulischen Leistungen. Und wie wichtig die für ein gutes Leben sind, muss wohl kaum erläutert werden.

Mach das Beste aus deiner Situation

Natürlich können wir lethargisch zu Hause hocken und auf das Ende der Corona-Pandemie warten. Natürlich können wir jeden Vorsatz, anderen zu helfen, nach hinten schieben. Und natürlich wird niemandem ein Vorwurf gemacht, wenn er es denn so will.

Trotzdem lässt sich Faulenzen und helfen mittlerweile gut vereinbaren. Warum also nicht auf die digitalen Möglichkeiten zurückgreifen und Gutes tun?

(tkr)

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