David Alaba of FC Bayern Munchen in action during the Champions League round of 16 football match between SS Lazio and Bayern Munchen at stadio Olimpico in Rome Italy, February, 23th, 2021. Photo Andrea Staccioli / Insidefoto andreaxstaccioli

David Alaba will zukünftig als Ballverteiler im Mittelfeld spielen. Bild: www.imago-images.de / Andrea Staccioli

Analyse

Das bedeutet David Alabas geheime Forderung für seinen Wechsel im Sommer

Seit Monaten gibt es immer wieder Spekulationen um den neuen Arbeitgeber von Bayern-Star David Alaba. Wird es Real Madrid, wo er angeblich schon einen Vertrag unterschrieben haben soll, der FC Barcelona, Thomas Tuchel und der FC Chelsea oder doch der französische Meister Paris Saint-Germain?

Nachdem Alaba vor einer Woche seinen Abschied im Sommer angekündigt hatte, erklärte er, dass es ihm nie um das Thema Geld gegangen sei. Nun bringt die französische Zeitung "Le Parisien" eine ganz andere Komponente ins Spiel. Alabas Forderung in den Verhandlungen laute vor allem: Er will im Mittelfeld eingesetzt werden.

In München entwickelte sich der Österreicher zunächst zu einem Weltklasse-Linksverteidiger und seit rund eineinhalb Jahren ist er als Innenverteidiger der unangefochtene Abwehrchef. Dabei ist Alabas Wunsch, im Mittelfeldzentrum spielen zu dürfen, schon lange in München bekannt. Bayern-Trainer Hansi Flick setzte den 28-Jährigen auf seiner absoluten Wunschposition in dieser Saison nur beim 2:1-Sieg in Leverkusen Ende Dezember, beim Pokal-Aus in Kiel und Mitte Februar beim 3:3 gegen Bielefeld ein. In der österreichischen Nationalmannschaft spielt er dort bereits seit Jahren.

Mit dieser Forderung könnte er sich bei einigen Klubs aber auch ins Aus befördert haben, bei anderen wird er jetzt besonders hoch im Kurs stehen.

Real Madrid

Die Königlichen galten lange Zeit als absoluter Favorit auf die Verpflichtung von Alaba. Die Verantwortlichen in der spanischen Hauptstadt planen mit ihm aber vor allem als Innenverteidiger und notfalls auch als linker Verteidiger. Sollte Klub-Legende Sergio Ramos seinen auslaufenden Vertrag im Sommer tatsächlich nicht verlängern, wäre Alaba sofort der neue Abwehrboss der Königlichen. Bei einer Ramos-Verlängerung kann er in diese Führungsrolle an seiner Seite hineinwachsen.

Eigentlich war dafür Ramos' langjähriger Nebenmann Raphael Varane vorgesehen, doch dieser stagniert seit rund einem Jahr in seiner sportlichen Entwicklung. Im zentralen Mittelfeld könnte es für Alaba hingegen zunächst eng werden, denn dort sind Toni Kroos (31 Jahre) und Casemiro (29) für die nächsten Jahre absolut gesetzt. Die dritte Position im Königlichen dreier Mittelfeld besetzt aktuell Luka Modric, der jedoch im Sommer 36 Jahre alt wird. Alaba könnte seine offensive Rolle übernehmen, doch diese würde eher nicht zu seinem Spielstil passen. Wie die spanische Zeitung "Mundo Deportivo" berichtete, soll Real Alabas Wunsch von einem Mittelfeldplatz explizit ablehnen.

FC Chelsea

Der Klub von Trainer Thomas Tuchel hat genug Geld, um Alabas gefordertes Gehalt von angeblichen 23 Millionen Euro jährlich zu bezahlen. Doch mit einem Platz im zentralen Mittelfeld könnte es bei den Londonern eng werden. Der Londoner Klub will zwar laut dem Transferexperten Fabrizio Romano mit Innenverteidiger-Routinier Thiago Silva (36) verlängern, doch die restliche Defensive um Nationalspieler Antonio Rüdiger und den Ex-Gladbacher Andreas Christensen wirkt nicht immer sattelfest. Alaba wäre im Abwehrzentrum der gewünschte Stabilisator. Zumal das zentrale Mittelfeld mit Jorginho, Mateo Kovacic, N'Golo Kante, der einer von Tuchels Lieblingsspielern ist, bereits wirklich gut besetzt. Auch im offensiven Mittelfeld sind die "Blues" mit Top-Talent Kai Havertz und dem Eigengewächs Mason Mount sehr stark aufgestellt. Ein Wechsel nach London dürfte daher ausgeschlossen sein.

Paris Saint-Germain

Wie Sky berichtet, soll PSG Alaba bereits ein Angebot unterbreitet haben. Zudem gilt Klub-Boss Nasser Al-Khelaifi als großer Befürworter des Österreichers. Abgesehen von Kapitän Marquinhos fehlt der Pariser Innenverteidigung ein absoluter Top-Mann. Doch ähnlich sieht es auch im Mittelfeld aus. Spieler wie Danilo Pereira, Leandro Paredes oder Idrissa Gueye sind zwar gut genug, um in der französischen Liga zu bestehen, doch mit ihnen wird man sich den großen Traum vom Champions-League-Titel nicht erfüllen können. Alaba wäre in der französischen Hauptstadt der absolute Chef im Mittelfeld. Er könnte mit dem italienischen Nationalspieler Marco Verratti ein spielstarkes Zentrum bilden und so die Stürmerstars Neymar, Mbappe und Icardi bedienen. Für PSG wäre ein ablösefreier Transfer von einem Weltklasse-Spieler wie Alaba absolut Goldwert. Transfersummen im dreistelligen Millionenbereich dürften in Zeiten der Pandemie auch für den Scheich-Klub schwierig werden.

FC Barcelona

Seinen Wunsch vom Platz im zentralen Mittelfeld dürfte der FC Barcelona wohl am ehesten nachkommen. Die Katalanen bräuchten sogar zwei Alabas, der ihre Probleme in der Innenverteidigung und im Mittelfeld lösen könnte. Das viel größere Problem wäre für die Katalanen die Finanzierung seines Gehalts. Aktuell beträgt die Gesamtverschuldung des Klubs 1,17 Milliarden Euro.

Das Innenverteidigerduo Gerard Pique/Clement Lenglet ist bisher alles andere als eine Bank und zeigte sich besonders bei der 1:4-Niederlage im Champions-League-Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain sehr anfällig. Auch Samuel Umtiti als Verteidiger Nummer 3 läuft seit Monaten seiner Top-Form hinterher. Bei Barca wird Alaba eigentlich dringend als Abwehrchef benötigt. Im Mittelfeld ist Barcelona mit Sergio Busquets (32), Frenkie de Jong (23) und dem Super-Talent Pedri (18) gut aufgestellt. Zumal Spieler wie Ruqui Puig oder Miralem Pjanic ebenfalls als gute Ergänzungen noch im Kader stehen. Dass Alaba ab Sommer als Mittelfeldspieler das rot-blaue Trikot trägt, ist somit ziemlich unwahrscheinlich.

Fazit

Es ist durchaus mutig von Alaba, mit dieser konkreten Forderung in die Verhandlungen zu gehen. Zumal er noch nicht gezeigt hat, dass er auch im zentralen Mittelfeld zu Weltklasse-Leistungen wie als Innenverteidiger oder linker Verteidiger fähig ist. Real Madrid bleibt aber weiterhin der absolute Wunschverein des Österreichers. Es gilt am wahrscheinlichsten, dass er im Sommer in die spanische Hauptstadt wechseln wird.

Meinung

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