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Meinung

Mats Hummels für 38 Mio. zurück zum BVB: Warum ich als Fan sauer wäre

Was Transfers von Bayern München oder Borussia Dortmund angeht, bin ich emotional nicht involviert. Ich bin Fan eines Zweitligisten, der die vergangenen zehn Jahre kurz vor der Insolvenz stand. Ein ausgeliehener ungarischer U-19-Nationalkeeper, der in diesem Sommer von Szombathelyi Haladás zu meinem Lieblingsclub mit Kaufoption wechselt, sorgt bei mir für ein Leuchten in den Augen.

Wenn die Bayern-Bosse 80 Millionen für einen charakterlich fraglichen und am Knie verletzten Verteidiger-Allrounder (Lucas Hernandez) zahlen, obwohl sie sich damit profilierten, nicht die gleichen Summen wie Fußball-Scheichs auszugeben, dann kann ich nur müde lächeln. Und bei den bisherigen Transfer-Deals des BVB – Brandt, Schulz, Hazard – kann ich anerkennend nicken. Doch Gefühle sind da nicht im Spiel.

Ganz anders aber verhält es sich bei der Nachricht, dass Mats Hummels zum BVB wechselt. Wie der "Kicker" berichtet, könnten die Dortmunder mit Bonus- und Zusatz-Zahlungen 38 Millionen Euro nach München überweisen, um den Innenverteidiger zurückzuholen.

Als BVB-Fan würde mir diese Nachricht sauer aufstoßen. Hummels war es, der Götze für seinen Wechsel zu Bayern 2013 kritisierte, um ein paar Jahre später als Kapitän selber zum schärfsten Konkurrenten zu wechseln. Damals zahlten die Roten 35 Millionen. Wenn es finanziell gesehen blöd läuft, holt Dortmund den mittlerweile 30-Jährigen also für drei Millionen mehr zurück. Hummels ist drei Jahre älter und wurde in seiner Bayern-Zeit mehrfach durch seinen Geschwindigkeitsverlust entblößt.

Was BVB-Präsident Aki Watzke anscheinend nicht interessierte. Der erklärte 2016 bei der Hummels-Verabschiedung, dass der Verteidiger jederzeit nach Dortmund zurückkommen könnte.

Man muss sich das mal in anderen Ländern vorstellen. Als Luis Figo als Barcelonas Kapitän zu Real Madrid wechselte, wurde er bei seinem ersten Spiel in Barcelona mit einem Schweinekopf an der Eckfahne begrüßt. Auch, als er bei Real auf dem Abstellgleis landete, wäre er niemals zurück nach Barcelona gewechselt.

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Luis Figo kurz nach seinem Wechsel zu Real Madrid. imago

Doch anscheinend ist das bei den beiden vermeintlich größten Konkurrenten im deutschen Fußball möglich. Als BVB-Fan würde ich mich fühlen wie ein Sitzengelassener, dessen Frau zu einem viel reicheren und heißeren Typen ging. Doch weil er sie nicht so gut behandelt hatte, kommt sie wieder zurück zum liebevollen und treudoofen Deppen.

Vereine wollen, dass sich Fans emotional an sie binden. (Und dabei sollen sie Trikots, Dauerkarten, Bier und Auswärtstickets kaufen.) Für einen Dortmund-Anhänger bedeutet das, dass er Bayern nicht mag und andersherum, – was absolut nachvollziehbar ist. Doch irgendwie findet die Rivalität von FCB und BVB eher in den Kurven als in den Logen und in den Umkleidekabinen statt.

Aber was weiß ich schon von deutschem Spitzenfußball. Ich gucke jetzt erstmal, ob ich irgendwo die Highlights des ungarischen U19-Keepers von Szombathelyi Haladás finde... Da fiebere ich wenigstens mit.

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