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Vorm Länderspiel gegen die Niederlande: Löw erklärt, warum Kai Havertz so selten spielt

Er ist DIE große Hoffnung des deutschen Fußballs: Kai Havertz. Der offensive Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen gilt als zukünftiger Weltstar. Das Fußballportal transfermarkt.de beziffert seinen Marktwert auf 90 Millionen Euro. Der 20-Jährige hat schon drei komplette Bundesligasaisons als Stammspieler hinter sich, in der vergangenen Spielzeit erzielte er 17 Tore.

Dennoch spielt er, trotz seiner herausragenden Leistungen und seines fußballerischen Geschicks, bislang keine große Rolle unter Bundestrainer Joachim Löw in der Nationalelf. Seit September 2018 wird Havertz zwar regelmäßig in den DFB-Kader berufen, doch kommt der Jungstar bloß auf drei Freundschaftsspiel-Kurzeinsätze, insgesamt durfte er erst 112 Spielminuten für Deutschland kicken.

Warum spielt Kai Havertz nicht immer?

Diese Frage wurde dem Bundestrainer auf der Pressekonferenz vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande am Freitag (20.45 Uhr/RTL) gestellt.

Löw erklärte es wie folgt: "Sagen wir mal so. Im Moment haben wir die Positionen alle doppelt gut besetzt." Havertz könne auf mehreren Positionen spielen, aber offenbar sind ihm andere Spieler in Löws Augen noch ein klein wenig voraus. Man sehe im Training, dass Havertz "große Fähigkeiten" habe. Es mache Spaß, ihm zuzuschauen. "Havertz kann DER Spieler der nächsten Jahre sein. Er muss sich noch verbessern. Aber was er zeigt, ist klasse", so Löw.

Muenchen, Germany, 03.09.2018 Training Deutsche Fussballnationalmannschaft , Matthias Ginter (GER), Torwart Manuel Neuer (GER), Kai Havertz (GER) folgen den ausfuehrungen von Trainer Joachim Loew (GER) ( DeFodi507 *** Muenchen Germany 03 09 2018 Training German national football team Matthias Ginter GER Goalkeeper Manuel Neuer GER Kai Havertz GER follow the performances of coach Joachim Loew GER DeFodi507

Kai Havertz (r.) noch vielen lernen muss. Bild: imago/DeFodi/roland krivec

Alleine, dass Havertz die U21 übersprungen hat und sofort von der U19 in die A-Nationalmannschaft gekommen ist, sei schon eine große Wertschätzung für einen Spieler.

Löw scheint den 20-Jährigen langsam ans Team heranführen zu wollen. Er sagte, dass die Zeit von Havertz über kurz oder lang kommen werde: "Er kann jederzeit von Beginn spielen. Für den finden wir einen Platz, auf jeden Fall. Der wird sich durchsetzen, da bin ich mir sicher."

Ein wenig erinnert es an die Diskussion über Linksaußen Leroy Sané, der auch lange darauf warten musste, Stammspieler unter Löw zu werden. Mittlerweile ist der Profi von Manchester City nicht mehr aus der nach dem WM-Debakel neuformierten Nationalelf wegzudenken. Aktuell fällt Sané allerdings mit einer Knieverletzung aus. Laut Löw sind Julian Brandt und Timo Werner die ersten Optionen, Sané auf dem linken Flügel zu ersetzen.

Serge Gnabry erhielt von Löw eine Einsatzgarantie: "Serge Gnabry spielt immer. Er ist für den Gegner schwer zu greifen."

So könnten sie auflaufen:

Tor: Neuer/Bayern München (33 Jahre/88 Länderspiele)

Abwehr: Ginter/Borussia Mönchengladbach (25/26), Süle/Bayern München (24/20), Jonathan Tah/Bayer Leverkusen (23/6)

Mittelfeld: Klostermann/RB Leipzig (23/2), Kimmich/Bayern München (24/41), Kroos/Real Madrid (29/92), Schulz/Borussia Dortmund (26/8)

Sturm: Reus/Borussia Dortmund (30/41), Gnabry/Bayern München (24/8), Werner/RB Leipzig (23/25) oder Brandt/Borussia Dortmund (23/25).

sid

In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, dass Kai Havertz 19 Jahre alt ist. Das ist nicht richtig, Havertz ist bereits 20. Wir haben den Fehler ausgebessert.

(as)

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