Harry und Meghan sprechen

Harry und Meghan während des Interviews mit Oprah Winfrey. Für die Übertragungsrechte flossen Millionen. Bild: Screenshot / Youtube / CBS

Analyse

Meghan und Harrys Millionen-Deal zum Enthüllungsinterview – Experte: "Brisante Details, über die man sonst nicht spricht"

In der Nacht von Sonntag zu Montag zeigt der US-Sender CBS das mit Spannung erwartete Interview von Oprah Winfrey mit Harry und Meghan. Deutsche Zuschauer müssen sich noch etwas gedulden: Hierzulande zeigt RTL das Gespräch am Montag um 15.00 Uhr. Zu diesem Anlass hat der Sender ein dreistündiges "Exclusiv Spezial" angesetzt. Nach der Übertragung strahlt Vox das Interview noch einmal ab 22.15 Uhr aus.

Nun berichtet "The Wall Street Journal", welche Summen für die Ausstrahlungsrechte geflossen sind. Demnach dürfte sich der Deal für CBS finanziell locker auszahlen.

Das Geschäft mit dem Enthüllungsinterview

Wie der Artikel offenlegt, zahlte das US-Network eine Summe zwischen sieben und neun Millionen Dollar für die Übertragungsrechte an dem zweistündigen Royal-Interview. Die Vereinbarung besteht zwischen CBS und Oprah Winfreys Produktionsfirma "Harpo Productions", der Sender verfügt auch über die internationalen Lizenzrechte.

Harry und Meghan selbst haben für das Interview allerdings keine Gagen eingestrichen, was ein Sprecher der beiden gegenüber dem "Wall Street Journal" betonte.

CBS dagegen hat sich die Rechte zwar einiges kosten lassen, wird während der Ausstrahlung aber auch viel Geld einnehmen. So heißt es weiter, der Sender streiche 325.000 Dollar für 30 Sekunden Werbezeit ein. Umgerechnet sind das rund 273.000 Euro.

Der Sender ITV beispielsweise bezahlte angeblich eine Million Pfund (circa 1,16 Millionen Euro) an CBS, um das Interview in Großbritannien zu übertragen. Was sich RTL und Vox die Rechte haben kosten lassen, ist jedoch nicht bekannt.

Gemeinsam mit Harry hat Meghan der TV-Ikone Oprah Winfrey ein offenbar wegweisendes Interview gegeben.

Die Welt wartet gespannt darauf, was Meghan im Interview zu sagen hat. Bild: CBS

Millionen für Wahrheit und Quote

"Es wäre absolut naiv zu glauben, dass zwischen CBS und Harry und Meghan kein Geld geflossen ist", sagt Medien- und PR-Experte Ferris Bühler gegenüber watson. "Wir sprechen hier von einem Enthüllungsinterview, das die ganze Welt interessiert und nicht nur eine bestimmte Zielgruppe oder einen Markt – geführt von der bekanntesten Talkmasterin der Welt."

Dass CBS am Sonntagabend mit einer Rekordeinschaltquote rechne, zeige sich auch, indem der Sender die Preise für Werbung im Umfeld des Interviews verdoppelt habe. "Damit können auch derart hohe Gagen durch Werbeeinnahmen refinanziert werden."

"Ein amerikanischer TV-Sender kauft sich brisante Details ein, über die man sonst traditionellerweise nicht spricht."

Die hohen Summen, die die Sender zahlen, sieht der Experte als angemessen an. "Wenn Prinz Harry und Meghan exklusive und pikante Details über das Königshaus erzählen, dann hat das seinen Preis. Die stolze Summe für das Interview ist das Resultat von Angebot und Nachfrage im amerikanischen TV-Markt. Wenn die größten Networks einander zu überbieten versuchen, so landen wir schnell bei mehreren Millionen Dollar."

Das möge vielleicht auf den ersten Blick überzahlt wirken, wenn man jedoch die zusätzlichen Werbeeinnahmen und die weltweite Promotion für den Sender berücksichtige, würden die Summen stimmen, so Bühler weiter.

Dass das Interview und damit auch die Wahrheit als "erkauft" wahrgenommen werden könnte, sieht der Experte nicht als Problem. "Natürlich mag es merkwürdig wirken: Ein amerikanischer TV-Sender bietet dem ehemaligen Traumpaar des britischen Königshauses einige Millionen und kauft sich damit brisante Details ein, über die man sonst traditionellerweise nicht spricht. Für den Palast muss das wie ein Schlag ins Gesicht wirken."

Harry und Meghan wollen "im Beisein der ganzen Welt einen Schlussstrich"

Das Interview mit Harry und Meghan wurde als "intime Unterhaltung" angekündigt und wird sich um Heirat, Mutterschaft, philanthropische Arbeit sowie den Umgang mit intensivem öffentlichen Druck drehen.

"Prinz Harry und Meghan hatten seit dem Start ihrer Beziehung ein feindseliges Verhältnis zur britischen Presse. Vergangenes Jahr haben sie die Kontakte zu den britischen Medien sogar komplett abgebrochen, da sie sich als Opfer des Königshauses fühlen. Das Schweigen schien den beiden in den letzten Monaten sicherlich nicht einfach", sagt Medien-Experte Bühler gegenüber watson.

Inzwischen habe sich die junge Familie aber in ihrem Haus in Kalifornien eingelebt, erwarte ihr zweites Kind, habe eine Stiftung gegründet und setze mit der Gründung ihrer eigenen Produktionsfirma den Startschuss für eine neue Karriere. "Mit dem Interview möchten Harry und Meghan jetzt wohl im Beisein der ganzen Welt den Schlussstrich ziehen und ohne Altlasten in ihren neuen Lebensabschnitt starten."

(ju/kiru)

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