ARCHIV - 16.02.2021, USA, ---: HANDOUT - US-Moderatorin Oprah Winfrey (r) spricht bei einem Interview mit Prinz Harry von Großbritannien und seiner Ehefrau Herzogin Meghan. (Wiederholung mit verändertem Bildausschnitt) Foto: Joe Pugliese/Harpo Productions/PA Media/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Meghan und Harry im Interview mit Oprah Winfrey. Bild: Joe Pugliese/Harpo Productions/PA Media/dpa

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Adels-Experte sicher: Harry hat Fehler gemacht – und der "macht ihn erpressbar"

Das Interview von Meghan und Harry mit Oprah Winfrey schlägt hohe Wellen. Vor allem Meghan tätigte in dem Gespräch, das in der Nacht zu Montag beim US-Sender CBS zu sehen war, brisante Aussagen. Sie warf dem Königshaus unter anderem Rassismus vor und sieht sich selbst als Rufmord-Opfer. Harry hingegen wirkte im Interview etwas zurückgenommen. Aber auch er sprach offen über sein Verhältnis zu Vater Charles und Bruder William.

Darüber, wie brisant die Aussagen aus dem TV-Interview wirklich sind, was sie auch für die Beziehung von Meghan und Harry selbst bedeuten und wie die Reaktion des Königshauses ausfallen könnte, sprach watson mit dem Adelsexperten Jürgen Worlitz.

Rassismus im Palast

Jürgen Worlitz glaubt, das Königshaus habe über die rassistischen Aussagen, von denen Meghan im Gespräch mit Oprah Winfrey berichtet, nicht richtig nachgedacht. "Ich kann mir denken, dass drüber gesprochen worden ist, ich kann mir aber auch denken, dass diese Diskussionen darüber vielleicht auch auf eine Art liebevoll gemeint waren. Vielleicht war es auch einfach eine Form der Neugierde, weil man so etwas im britischen Königshaus noch nicht erlebt hatte. Es ist nicht immer alles ein Angriff", sagt er. Aber er macht auch deutlich: "Rassismus ist das, was ein Betroffener empfindet. Und wenn ein Betroffener das als Rassismus deutet, dann ist das absolut nicht richtig, so etwas zu äußern."

This image provided by Harpo Productions shows Meghan, The Duchess of Sussex, left, in conversation with Oprah Winfrey. (Joe Pugliese/Harpo Productions via AP)

Meghan sprach zunächst allein mit Oprah Winfrey. Bild: Harpo Productions / Joe Pugliese

Wer die von Meghan angesprochenen Aussagen über Archies Hautfarbe getätigt haben soll, wollten Harry und Meghan in dem Interview nicht sagen. Es würde der betreffenden Person schaden, fürchtete Harry. Jürgen Worlitz meint:

"Wenn jetzt spekuliert wird, wer das gesagt haben könnte: Es könnte natürlich auch Prinz Philip gewesen sein und das ist jemand, der immer irgendwelche Witze auf Kosten anderer gemacht hat. Er hat sich dabei aber nie weiter etwas dabei gedacht, außer, dass er einen Joke machen wollte."

Aber Oprah Winfrey betonte am Morgen nach dem Interview im US-Fernsehen, dass weder die Queen noch Prinz Philip diejenigen gewesen seien, die über die Hautfarbe des Babys spekuliert hätten.

So brisant ist das Interview tatsächlich

Worlitz schätzt die Aussagen von Meghan und Harry als "sehr brisant" ein und geht sogar noch einen Schritt weiter:

"Ich würde das Interview als Katastrophe für Meghan und Harry schlechthin bezeichnen. Es ist wie eine klassische Tragödie: Alles, was in Zukunft gemacht wird, wird nie wieder aus dieser Geschichte herausführen."

Einerseits würden sie ihr Leben lang auf diese Themen angesprochen werden, zum anderen würden sie sich innerlich selbst im Kreis drehen.

Worlitz zum Megxit
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Adelsexperte Jüren Worlitz sprach mit watson über das brisante Interview von Meghan und Harry.

Für besonders brisant hält der Adelsexperte die Aussage über Meghans Suizidgedanken. "Jeder normale Bürger denkt sich vermutlich, Meghan hat alles erreicht, was man nur erreichen möchte: Sie hat als Bürgerliche einen Prinzen geheiratet, führt das goldene Leben, das andere gerne hätten", meint er. Für ihn sei Meghan jedoch immer ein Typ gewesen, der sich zur Wehr setzt und sich nicht einem Suizidgedanken hingibt.

Auswirkungen auf Meghans und Harrys Beziehung

Worlitz ist sich sicher: Bei Meghan und Harry würde sich Tag und Nacht alles darum drehen, was man ihnen antut, wie sie sich wehren könnten, wie wütend sie seien und ob sie einen Triumph feiern konnten. "Auch bei Prinzessin Diana war das damals so, dass sie sich immer gefragt hat: Wie kann ich mich im Voraus wehren? Das wird bei Meghan und Harry ähnlich sein. Das Eheleben der beiden wird davon massiv beeinträchtigt sein. Diese Problematik nehmen sie mit ins Ehebett", meint Worlitz.

This image provided by Harpo Productions shows Prince Harry, left, and Meghan, Duchess of Sussex, speaking about expecting their second child during an interview with Oprah Winfrey.

Meghan und Harry sprachen offen über den Megxit. Bild: ap / Joe Pugliese

Vor allem in der Zukunft wird das die Beziehung "sehr belasten", ist er sich sicher und sagt weiter:

"Am Anfang halten sie natürlich zusammen, aber man darf eins nicht vergessen: Die treibende Kraft ist Meghan. Harry folgt ihr und ist ihr in irgendeiner Form hörig. Er hat garantiert, auch wenn ihm das noch nicht 100 Prozent bewusst ist, einen großen Fehler gemacht. Er hat ihr nämlich alles anvertraut, was ihm aufgefallen und widerfahren ist im Königshaus und das macht ihn erpressbar. Wenn er sich gegen sie stellen sollte, würde sie dafür sorgen, dass er auch am Ende ist. Das ist das Gefährliche."

Reaktion des Königshauses

Die Queen hatte schon im Vorfeld indirekt auf das Interview reagiert. In ihrer Ansprache anlässlich des Commonwealth-Tages versuchte sie, versöhnliche Töne anklingen zu lassen. "Sie hat auch in Anlehnung an die Pandemie gesagt, wie wichtig es ist, in dieser schwierigen Zeit zusammenzuhalten, dass ein guter Umgang im Freundes- und Familienkreis gepflegt wird", so Worlitz.

Dass vom Palast noch weiter öffentlich auf das Interview eingegangen wird, kann er sich kaum vorstellen:

"Die Reaktion ist natürlich immer so wenig wie möglich. Am besten gar nicht reagieren, denn die Leute bewundern es, wenn jemand Ruhe bewahrt. Und die Gegenseite macht es umso wütender, weil sie eigentlich gerne wieder Munition hätte. Nichts zu sagen, ist eine gute Waffe, um Emotionen zu schüren."

Vor allem angesichts der Rassismus-Vorwürfe rechnet Worlitz nicht mit einer großen Stellungnahme oder gar Untersuchungen. "Der Hof wird sich nicht hinstellen und sagen: Nein, wir haben nichts über die Hautfarbe des Kindes gesagt. Das grenzt ja an Idiotismus. Sie könnten nur sagen, dass ihnen nichts aufgefallen ist", sagt er.

Was allerdings tatsächlich passieren könnte: Dass Meghan und Harry ihre royalen Titel endgültig verlieren. "Das ist eigentlich die logische Konsequenz für die beiden, dass sie von allen ihren königlichen Restpflichten und Resttiteln zurücktreten. Dass sie freiwillig darauf verzichten und sagen, sie wollen fortan absolute Privatpersonen sein. Ich glaube aber, dass sie lieber rausgeworfen werden wollen, um wieder die Leidensrolle einzunehmen."

Die Absprachen und Inszenierungen

"Man kann sicher sein, dass es in dem Interview mit Oprah Winfrey nichts gab, was nicht zuvor durchgeplant und durchgesprochen worden ist", meint Worlitz zu möglichen Absprachen zwischen Meghan, Harry und der Moderatorin, speziell auch hinsichtlich der Rassismus-Beichte.

ARCHIV - 29.11.2018, Südafrika, Soweto: Oprah Winfrey, Moderatorin aus den USA, hält eine Rede bei einer Veranstaltung an der University of Johannesburg, in der sie Mandela würdigte und sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzte. (zu dpa

Oprah Winfrey führte das wohl bedeutendste Interview ihrer Karriere. Bild: dpa / Themba Hadebe

Man dürfe nicht vergessen, wie er sagt, dass Meghan eine Schauspielerin ist und als diese gelernt habe, "auf Kommando Emotionen zu zeigen und das kann sie und das spielt sie auch aus".

Das Verhältnis zwischen Harry, Charles und William

Worlitz sieht in dem Verhältnis zwischen Charles und Harry eine typische Vater-Sohn-Diskrepanz. Doch bei der Brüder-Beziehung sieht es ganz anders aus. Da spielt seiner Meinung nach Neid eine wichtige Rolle: "In Bezug auf William und Kate sieht man bei Harry und Meghan ganz deutlich, dass es dabei um eine Rivalität geht. Ich glaube, sie sind wahnsinnig neidisch darauf, wie die beiden ihre Sache machen: Gut und seriös, vielleicht sogar etwas zu langweilig. Ich glaube, die beiden sind einfach wütend darauf, dass die beiden ihre Rolle so spielen."

Durch das Interview wird die Beziehung innerhalb der royalen Familie vermutlich noch mehr leiden. "Es ist kaum vorstellbar, dass Meghan und Harry künftig auf die Familienfeste der Königsfamilie eingeladen werden", stellt Worlitz klar. Die Frage sei nun, ob Harry damit leben können, vor allem, wenn mit der Ehe etwas schiefgehen sollte – und davon geht der Adelsexperte schon jetzt aus: "Harry und Meghan werden nie wie die Queen und Prinz Philip im hohen Alter auf einer Parkbank sitzen und auf den Teich blicken."

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • jodelady 08.03.2021 17:08
    Highlight Highlight Außer den Beteiligten weiß niemand was die Wahrheit ist. Aber wenn ich ein Problem mit einem oder mehrern Personen innerhalb meiner Familie habe, kläre ich das mit denen. Ich posaune nicht in die Welt hinaus dass ich anders leben möchte als meine Familie, dass ich meine Ruhe haben möchte - um hinterher weltweit veröffentlichte Interviews zum Thema zu geben. Das ist widersprüchlich.
  • Thomas Keller 08.03.2021 16:10
    Highlight Highlight Meghan und Harry haben alles richtig gemacht. Frei nach dem Motto "Macht kaputt, was euch kaputt macht" haben die beiden unverblümt ihre Meinung gesagt. Man muss sich das mal vorstellen: Archie erhält keinen Titel, Grund: Der hätte ja zu dunkel werden können. Wenn meine Sippschaft das über meinen Sohn sagen würde, dann hätte ich denen auch gesagt L.M.A.A.
    Ich jedenfalls finde das ganz toll von Prinz Harry, das der so zu seiner Frau und seinem Sohn steht.
    • Thomas Keller 10.03.2021 19:01
      Highlight Highlight Ingrid, es geht sich alleine schon um die Feststellung und Begründung. Fast die komplette Welt - mit Ausnahme einiger ewig gestriger - stemmt sich mit Gewalt gegen Rassismus, nur am Britischen Adelshof scheint das noch nicht angekommen zu sein.

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