Titel: Germany's Next Topmodel - by Heidi Klum; Staffel: 16; Folge: 1; Person: Heidi Klum; Manfred Thierry Mugler; Copyright: (c) ProSieben/Richard H

Heidi Klum begrüßte mit Manfred Thierry Mugler den ersten Gastjuror in der 16. "GNTM"-Staffel an ihrer Seite. Bild: dpa / Richard Hübner

"Ich lächele immer mit meinen Brüsten": Heidi Klum irritiert mit kuriosem Spruch bei "GNTM"-Auftakt

Sie laufen wieder: Heidi Klum sucht zum mittlerweile 16. Mal "Germany's next Topmodel". Und die Chefjurorin und ProSieben legen Wert darauf, dass auch eine Corona-Pandemie die Suche nach der nächsten Laufstegschönheit kaum einschränken wird. Etliche Neuerungen gibt es in der aktuellen Staffel aber trotzdem, manche davon haben etwas mit dem Corona-Virus zu tun, andere wiederum mit der Modeindustrie, die sich laut Klum ständig wandelt und weiterentwickelt.

Zu den Corona-Beschränkungen zählt unter anderem, dass das Reisen für die angehenden Topmodels flachfällt: Nahezu die gesamte Staffel wird in Berlin gedreht, Heidi zog eigens dafür mit ihrer Familie von Los Angeles nach Deutschland. Auch die Massencastings in verschiedenen deutschen Städten entfielen, Heidi sichtete stattdessen Tausende Online-Bewerbungen.

Und die sollten in der 16. Staffel möglichst unterschiedlich aussehen: Klum setzt nämlich seit Neuestem auf Vielfältigkeit und betont das auch gleich zu Beginn der Sendung und auch danach an jeder sich ergebenden Stelle: "Wir wollen Diversity im Modelgeschäft fördern, Plus-Size-Models, Transgender-Models, Non-Binary-Models, Models mit Behinderung, kleine und große Models oder auch ältere Models sieht man einfach immer noch zu selten und deswegen habe ich großen Wert auf einen vielfältigen Cast gelegt."

Heidi verabschiedet sich vom veralteten "GNTM"-Logo

Da passt ein vertrautes Detail auf jeden Fall nicht mehr ganz ins Bild: Das "GNTM"-Logo, das 15 Jahre lang mehr oder weniger gleich aussah. Die schlanke Frauensilhouette, die zwischen "top" und "model" posierte, musste verschwinden. So eine gesichts- und per se kurvenlose Figur sucht Heidi jetzt nicht mehr.

Etwas schade ist es da schon, wie Heidi mit der Vorjahressiegerin umgeht, die durchaus die typischen Modelmaße hat: Jacqueline Wruck hat in Folge 1 die Aufgabe, lediglich Kandidatin Romy aus Sachsen mit der "GNTM"-Einladung zu überraschen. "Ich bin die rechte Hand von Heidi", freut sie sich dennoch über den Job. Und immerhin erkennt Romy die noch amtierende "GNTM"-Siegerin, die wohl auch wegen Corona im Model-Business etwas zurückstecken musste, sofort, und ist von der Einladung überwältigt. Bei allen anderen müssen Freunde und Familie die frohe Botschaft überbringen – und dabei natürlich filmen.

Die bemerkenswertesten Kandidatinnen 2021

Auf den ersten Blick sah es auf den PR-Posts zwar nicht so aus, aber Heidi hat tatsächlich einige Gesichter gefunden, die es in den vergangenen Staffeln ohne Diversity-Ansatz noch nicht in die Show geschafft hätten.

Kandidatin Maria ist gehörlos

Das gilt vor allem für die Buchbinderin Maria Schimanski aus Flensburg, die die bemerkenswerteste Teilnehmerin des Casts ist. Die 20-Jährige ist in dritter Generation in ihrer Familie gehörlos. "Ich bin erstmal einfach in der Situation anders als die anderen Mädchen. Das fällt auf, das ist besonders", stellt sie über ihre Teilnahme fest. Heidi kommt ebenfalls zu Wort und erklärt, dass sie von ihr gerade wegen ihrer Behinderung mit am meisten erwartet: "Maria ist ein wunderschönes Mädchen. Natürlich hat sie durch ihre Gehörlosigkeit eine eigene Hürde, die sie überwinden muss. Ich hoffe, dass sie umso mehr kämpfen wird, um ihren Traum bei 'GNTM' zu verwirklichen."

Maria ist es schließlich auch zu verdanken, dass die Zuschauer kurz Heidis Tochter Leni zu Gesicht bekommen: Die 16-Jährige hat nämlich Gebärdensprache gelernt. Als die stolze Mama Heidi sie jedoch plötzlich auf dem Catwalk im Club Theater Berlin auffordert, ein paar Sätze mit Maria zu wechseln wird schnell klar, dass das nichts bringt – Leni spricht die amerikanische Variante der Zeichensprache, Maria die deutsche. Aber immerhin: Leni ist Backstage immer mit dabei, das wissen die Fans nun, und verstecken will Heidi sie vor den "GNTM"-Kameras mittlerweile auch nicht mehr. Eine größere Rolle ist für ihre Tochter aber trotzdem in dieser Staffel noch nicht vorgesehen.

Kandidatin Soulin kommt aus Syrien

Ebenfalls bewundernswert ist der Weg, den Soulin Omar gegangen ist. Sie musste mit elf Jahren aus Syrien vor dem Krieg fliehen und landete mit ihren Eltern erst in der Türkei und dann vor fünf Jahren in Deutschland. Mittlerweile hat sie das Abitur in der Tasche und möchte nun Topmodel werden.

Kandidatin Romina war mal curvy und nahm ab

Romina ist bereits Influencerin und hat einen bekannten Freund, wie sich in ihrem Vorstellungsfilm herausstellt: Stefano Zarrella, der Bruder von Sänger Giovanni Zarrella. Besonders an Rominas Geschichte ist jedoch, dass sie ursprünglich mal einem anderen Schönheitsideal nacheiferte. Einem Schönheitsideal, das ihr auf Social Media vorgelebt wurde. "Zu der Zeit war es toll, Kurven zu haben. Ich habe ganz viel gegessen, um diesem Idealbild nahe zu sein. Ich hatte zehn Kilo mehr auf den Rippen, aufgespritzte Lippen. Ich stand vorm Spiegel und hab geweint, weil ich mich so hässlich fand", erinnert sie sich. Mittlerweile hat sie zehn Kilo abgenommen.

Zu erwähnen wären auch noch Dascha, ein Curvy-Model, Chanel, die sichtbare Narben an den Armen wegen ihrer Morbus-Crohn-Erkrankung hat oder Alex, eine Transfrau. Sie alle versammeln sich zum ersten Kennenlernen und den ersten Gehversuchen auf dem Catwalk in Irene-Luft-Roben im Club Theater Berlin. Dort fand schließlich auch die erste Rauswurf-Runde statt, bei Heidi aus den 31 Kandidatinnen aussortierte.

Ohnmachtsanfall beim Heidi-Kennenlernen

Und, oh Schreck! Auf einmal taucht Heidi zwischen den Rängen auf, als die Kandidatinnen den Walk gerade üben, dessen besondere Schikane eine Treppe darstellt. Sofort schreitet die Model-Mentorin zur Tat und bewertet die Gehversuche ihrer brandneuen Schützlinge. Besonders Vanessa fällt dabei negativ auf, die sehr langsam und zaghaft auf Heidi zugeht: "Meine Beine und Füße waren am Limit", resümiert sie Böses ahnend.

Eine hält die Spannung allerdings nicht aus: Studentin Ana haut es beim Anblick von Heidi aus den hochhackigen Latschen. "Ich würde gern zu ihr hin, aber ich darf ja nicht", ärgert sich Heidi über die Corona-Hygiene-Bestimmungen. Glücklicherweise gelten die nicht für Sanitäter, deshalb ist kurze Zeit später alles wieder im Lot. "Das kann sogar den besten Models passieren", beruhigt Kandidatin Nana.

Nicht ganz politisch korrekter Juror Manfred Thierry Mugler

Nach der kurzen Walk-Einschätzung stellt Heidi den diesmaligen Gastjuror Thierry Mugler vor. "Ich bin ein Träumemacher. Es ist kein Beruf, es ist eine Leidenschaft. Ich versuche etwas Freude und etwas Schönheit in diese Welt zu bringen", verkündet Mugler im Interview. Vielen blutjungen Kandidatinnen könnte der Designer-Star kein Begriff sein, deshalb betont Heidi: "Ihr wisst gar nicht, was das für eine Ehre ist, ich bin verliebt. In meinen Mann, aber auch in dich."

Mugler hat die ehrenvolle Aufgabe zu bestimmen, wer die Modenschau eröffnet, wer in der Mitte laufen und wer sie schließen darf. Eine kleine Entgleisung unterläuft ihm bei der Schwarzen Kandidatin Liliane, als er sie für das Closing aussucht und sie "eine exotische Dame" nennt. Unkommentiert geht es allerdings weiter mit der Show.

Ich habe heute leider kein Foto für dich

Jetzt gilt es für die 31 Kandidatinnen eine Treppe hinunterzulaufen (natürlich in High Heels) und eine Pose in den Irene-Luft-Kleidern zu präsentieren. Von gleich sechs Mädchen wird sich Heidi verabschieden. "Ich teste sie ab Sekunde Null unter Realbedingungen", begründet sie. Eine besondere Neuerung: Bei den finalen Walks und der Entscheidung sind die Freunde und die Familien der Kandidatinnen live per Videokonferenz dabei. Wie gut oder schlecht das ist, wird sich womöglich erst in den kommenden Folgen zeigen, in Folge eins kommen die Angehörigen kaum zu Wort.

Die Treppe wird, wie zu erwarten war, eine Herausforderung für die Kandidatinnen, der nicht alle gewachsen sind: Während Chanel nur stolpert, kommt Nana gleich mehrmals ins Straucheln und fällt direkt zu Beginn spektakulär. Ihr Knöchel muss hinterher sogar verarztet werden. Trotzdem kommt sie am Ende in die nächste Runde.

Heidi Klum: ,,Diversity liegt mir sehr am Herzen.

Heidi mit der verhängnisvollen Treppe im Hintergrund. Bild: dpa / Richard Hübner

Verabschieden müssen sich die Zuschauer aber von Franziska (Walk war zu schlecht), das Petite-Model Maria-Sophie, Vanessa (die ja schon eingangs keinen guten Walk ablieferte), Alexandra (hat beim Laufen immer auf die Treppe geschaut), Lena (ihr Alleinstellungsmerkmal war, dass sie auf dem Land lebt) und Samantha. Dass Heidi gleich ein paar Diversity-Vorzeige-Frauen aussortiert, kann vor allem Letztere nicht akzeptieren: "Ich bin die einzige Halbschwarze, ich verstehe das nicht. Ich finde, dass Heidi meine Attitude und meine Personality verpasst", bemängelt sie nach der Entscheidung. Und so geht die erste Folge "GNTM" ohne ein Fotoshooting mit noch 25 verbleibenden Kandidatinnen zu Ende.

Ein bisschen Sexismus muss offenbar sein

Zeit für ein wenig Sexismus gab es allerdings auch schon in der ersten Folge. Als Heidi die Kandidatinnen im Club Theater Berlin sucht, stößt sie "zufällig" auf die "Magic Mike"-Darstellertruppe, die ihre Shows in eben dem Theater haben und dort offenbar immer noch zusammen proben. "Das war ein ganz blödes Missgeschick, als ich in die Probe reingestolpert bin, aber ich wollte auch nicht unhöflich sein und gleich wieder gehen. Gucken wird man ja wohl mal dürfen", heißt es aus dem Off, als sie die halbnackten Darsteller anstarrt.

Und auch Gastjuror Mugler hat noch was auf dem Kerbholz, denn er fordert beim ersten Walk "mehr Bein". Als eine der Kandidatinnen gleich ganz oben ohne über den Laufsteg stolziert, findet der das super. Heidi aber offenbar auch: "Ich liebe mutige Mädchen, die zeigen, was sie haben. Bei Manfred und mir haben sie direkt bleibenden Eindruck hinterlassen." Ein Vorgeschmack auf eine weitere Neuerung in dieser Staffel, denn dieses Mal wird es kein Nackt-Shooting, sondern gleich einen Nackt-Walk geben.

Schließlich sorgt Heidi mit einem weiteren Spruch für hochgezogene Augenbrauen: Als Mugler einer Kandidatin bei der Entscheidung gerade klar macht, dass es Models gibt, die kaum lächeln, haut Heidi raus: "Ich lächele immer mit meinen Brüsten." Aha. Inwieweit sie das fernab von Nackt-Walks von den Teilnehmerinnen erwartet, bleibt abzuwarten. Immerhin: Wenn auch kein passendes älteres Model sich beworben zu haben scheint, so ist das Teilnehmerinnenfeld zumindest in Staffel 16 komplett volljährig.

(cfl)

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