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Maximilian Mundt ist vor allem bekannt durch die Netflix-Serie "How to Sell Drugs Online (Fast)". bild: Schank Fotografie

Interview

Netflix-Star Maximilian Mundt: "Ich hab' nie zu den Coolen gehört"

Maximilian Mundt ist den meisten Streaming-Fans als Moritz Zimmerman aus der Serie "How to Sell Drugs Online (Fast)" bekannt. In der beliebtesten deutschen Netflix-Serie des Jahres 2019 spielt der 24-Jährige einen Abiturienten, der einen Online-Drogenhandel aufzieht. Aktuell spielt er in der Detektivserie "Dunkelstadt" auf ZDFneo eine Gastrolle. Im watson-Interview spricht der gebürtige Hamburger über seinen Karriere-Durchbruch, seine neuesten Projekte und wieso er sich immer (noch) freut, wenn er auf der Straße erkannt wird.

Watson: Maximilian, du arbeitest fürs linerare Fernsehen und für Streamingdienste. Worin liegt der Unterschied?

Maximilian Mundt: Beim Dreh und bei der Arbeit gibt es kaum Differenzen. Der Unterschied liegt vor allem bei den Geschichten selbst. Streamingdienste trauen sich oft mehr, denn beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen stehen immer sehr viele Menschen hinter jeder Entscheidung. Bei Streamingdiensten braucht es das nicht, da möchte man auch unmoralische Geschichten erzählen. Es ist egal, ob der Protagonist ein Stalker, Mörder oder Drogendealer ist und man als Zuschauer dann vielleicht sogar mit ihm sympathisiert, zum Beispiel auch bei "You". Dem deutschen Fernsehen merkt man seinen Bildungsauftrag oft an, das ist schade.

Apropos Drogendealer als Protagonist: Was kannst du uns zur zweiten Staffel von "How to sell drugs online fast" erzählen?

Ich darf fast nichts verraten, außer dass es noch sehr, sehr viel zu erzählen gibt. Wir werden wieder sechs Folgen haben, die Handlung wird actionreicher und absurder. Dadurch, dass wir nicht mehr die Charaktere vorstellen müssen, können wir sie einfach in krasse Situationen schicken. Der Dreh hat schon mal sehr viel Spaß gemacht.

"How to Sell Drugs Online" hat einen Bildungsauftrag, nur nicht so offensichtlich

Inwieweit hast du denn Mitspracherecht, was mit deiner Figur Moritz Zimmermann passiert?

Tatsächlich haben wir erst sehr kurzfristig das Drehbuch bekommen. Die Autoren sind zwar super offen für Vorschläge, aber in der Story-Entwicklung werden wir herausgehalten. Wenn wir die Drehbücher zu früh bekämen und es dann zu Änderungen kommt, würden wir uns wahrscheinlich auch beschweren.

Wie hast du dich auf die Rolle des Moritz vorbereitet, vor allem in Bezug auf Drogen?

Ich habe das Glück, dass ich als Moritz die Hände von den Drogen lasse. Außer dass ich sie verkaufe, natürlich. Dadurch musste ich mich auf die Wirkung oder Nebenwirkung von Drogen nicht vorbereiten. Aber abgesehen davon, hat die Serie auch einen Bildungsauftrag, nur nicht so offensichtlich.

Welchen?

Jeder kann selbst lernen, welche Schlüsse er daraus zieht. In der zweiten Staffel geht es aber vor allem um das Verkaufen und eben den Hintergrund des Geschäfts: mit welchen Leuten man in Kontakt kommt und welche Schwierigkeiten man als unerfahrener Dealer hat.

„Man braucht Social Media nicht, um erfolgreich zu sein“

Du bist aktiv auf Instagram, ist der Gebrauch von Social Media wichtig für den Erfolg eines Schauspielers?

Ja, Social Media ist ein sehr großer Punkt. Natürlich gibt es auch Leute, die ohne Social Media Erfolg haben. Aber man sieht auch, dass viele Caster auf Instagram unterwegs sind, den Jungschauspielern dort folgen und sie auch dort entdecken. Es gibt natürlich auch Risiken, wie viel man von seinem Privatleben dort preisgibt. Ich glaube jedoch nicht, dass man Social Media braucht, um erfolgreich zu sein. Ich persönlich benutze Instagram vor allem, um meine anderen Arbeiten zu präsentieren; ich bin auch als Fotograf und Filmemacher tätig. Woanders würde man meine Werke dann gar nicht zu sehen bekommen.

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Bei Instagram teil Maximilian seine fotografischen Werke – und hin und wieder auch ein Seflie. quelle: instagram

Apropos Fotografie: Ist das dein "Plan B" im Leben?

Wenn man gerade ein Projekt abgedreht hat, fällt man oft in ein Loch. Teilweise arbeitet man ja bis zu 15 Stunden am Tag und ist total im Dreh-Rhythmus. Man sieht seine Kollegen jeden Tag und dann plötzlich gar nicht mehr. Deshalb ist es mir wichtig, andere Beschäftigungen zu haben, wie die Fotografie. Außerdem bin ich am Theater beschäftigt und arbeite dort mit Jugendgruppen. Es ist mir wichtig, meinen Geist weiterhin zu fordern.

„Ein Großteil des Schauspielerlebens besteht aus Warten.“

Wie ist das Schauspielerleben dann außerhalb des Spielens?

Dann geht man zu vielen Castings oder Vorsprechen. Oder man checkt die ganze Zeit seine E-Mails und wartet, dass etwas hereinkommt. Einen großen Teil der Zeit verbringt man auch mit Warten. Und das kann sehr zäh werden, deshalb ist es gut, sich anderweitig zu beschäftigen.

Wann warst du dir sicher, dass du Schauspieler werden wolltest?

Ich weiß gar nicht, ob ich jemals den Plan hatte, Schauspieler zu werden. Ich fand es einfach cool und hab es dann gemacht. Bis zum großen Bang hat es ja auch etwas gedauert.

Und davor?

Ich hatte ein paar kleine Rollen in Filmen und habe immer noch gewartet, ob und wann dann der "Durchbruch" kommt. Dabei bin ich ja auch noch relativ jung, manche haben auch erst mit 40 ihren Durchbruch. Auf der anderen Seite gibt es auch Schauspieler, die schon mit zehn Jahren arbeiten und mit 16 bereits Profis sind. 2015 hatte ich meine erste Ensemble-Hauptrolle in dem Kinofilm "Radio Heimat", ein Projekt, das mir immer in Erinnerung bleiben wird und bei dem ich einige meiner besten Freunde kennengelernt habe. Leider hat der Film sehr wenig Aufmerksamkeit bekommen. Dann waren da noch einige kleinere Rollen in ARD oder ZDF-Produktionen und dann kam das Casting für "How to Sell Drugs Online (Fast)".

„Du bist ein Ehrenmann.“

Wirst du seitdem denn auf der Straße viel erkannt?

Ja, und ich freue mich total darüber. Aus meinem Privatleben kannte ich das gar nicht, ich war eher ein Außenseiter. Ich war der Merkwürdige in der Schule, der zwar seinen Freundeskreis hatte, aber nie zu den "Coolen" gehörte. Ich war nicht auf den Partys, auf die alle eingeladen wurden. Aber dann solch eine Bestätigung und Wertschätzung von Menschen zu erfahren, mit denen man normalerweise nichts zu tun hätte oder auch von Fremden, das ist ziemlich cool. Aber auch merkwürdig. Ich bekomme Kommentare auf Instagram wie "Du bist ein Ehrenmann". Mich freut das immer noch sehr. Ich war letztens in Paris und wurde in der U-Bahn dort erkannt, und auch in Los Angeles wurde ich angesprochen. Es ist total absurd, über die deutschen Grenzen hinaus erkannt zu werden.

Das ist ja wahrscheinlich ein Vorteil von Streamingdiensten, dass man gleich auch international bekannt wird.

Ja, ich kann mir auch vorstellen, für internationale Produktionen zu arbeiten. Es hat sich schon bei “Dunkelstadt” ein wenig so angefühlt, da wir die Serie in Belgien gedreht haben. Am Flughafen dort wurde ich übrigens das erste Mal im Ausland erkannt. Ich hätte auf jeden Fall richtig Lust auf ein Projekt mit einem internationalen Team.

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Maximilian dreht auch selbst Kurzfilme. bild: schlank fotografie

Mit welchem Regisseur würdest du denn unbedingt gerne einmal zusammenarbeiten?

Ich hätte richtig Lust, mit Ari Aster zu drehen, dem Regisseur von “Hereditary”. Ich bin sowieso ein großer Fan von Horror-Thriller. Mein Traum wäre so eine Mischung zwischen Fairytale und Horror. Vor allem auf Fantasy habe ich Lust.

Horror- und Fantasyfilme haben jedoch nicht den "anspruchsvollsten" Ruf…

Nein, das stimmt, obwohl ich das Gefühl habe, dass sich das gerade ändert. In letzter Zeit gibt es viele richtig gute und auch anspruchsvolle Horrorfilme, wie zum Beispiel "Midsommar". Es gibt sowieso viel zu wenige Genrefilme in Deutschland! Es gibt den Krimi und das Familiendrama. Man kann Science-Fiction- und Fantasy-Filme auch ohne große Effekte umsetzen, und es kann trotzdem spannend und übernatürlich sein.

Jetzt spielst du in der neuen ZDFneo-Serie "Dunkelstadt" erst einmal die Rolle des Kilian von Rose. Was gefällt dir besonders an der Serie?

Ich habe mich vor allem gefreut, dass ich die Anfrage bekommen habe! Ich stehe total auf Krimis, Thriller, Horror und Grusel. Außerdem mochte ich auch die Rolle sehr. Wann bekommt man schon die Chance, so eine Figur zu spielen? Im Übrigen finde ich die Serie "Gotham" toll und denke, dass "Dunkelstadt" in eine ähnliche Richtung geht. Ich stehe einfach auf weirde Charaktere und finde es gut, so etwas auch mal im deutschen Fernsehen zu sehen.

Du machst ja auch selbst Kurzfilme, möchtest du in solch eine Richtung gehen?

Ich habe selbst auch schon einige Kurzfilme realisiert, die in Richtung Fantasy gingen. Ich plane für den Sommer einen Kurzfilm mit dem Thema Meermänner und Meerjungfrauen.

Wer sind deine schauspielerischen Vorbilder?

Jennifer Lawrence und Timothée Chalamet finde ich toll. Und die deutsche Netflix-Serie "Dark" finde ich super, weil die es gewagt hat, auch in die Science-Fiction-Richtung zu gehen.

Wird es also ein Crossover geben?

Das wäre mega!

Darum geht's bei "Dunkelstadt"

In "Dunkelstadt" ermittelt Privatdetektivin Doro Decker (Alina Levshin) in Fällen, bei denen die Polizei nicht weiter kommt. Dabei kommt es immer wieder zu gefährlichen Eskalationen. Maximilian Mundt spielt in der dritten Episode "Blut und Wasser" eine Gastrolle. "Dunkelstadt" wird immer mittwochs um 21.45 Uhr auf ZDFneo und immer samstags um Mitternacht im ZDF ausgestrahlt, bereits jetzt sind alle Folgen in der Mediathek verfügbar.

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