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Meinung

"Promi Big Brother": Beliebter Kandidat sollte keine Sendezeit bekommen

Seit ein paar Tagen läuft mit "Promi Big Brother" wieder eine TV-Sendung mit vielen Zuschauern. Auch dieses Mal ist das Niveau der Sendung und der zwölf Bewohner konstant tief – doch ein Kandidat schafft es täglich, das noch zu unterbieten. Sein Name ist Jürgen Trovato und von homophoben Sprüchen über Bodyshaming bis hin zu unangebrachten Ratschlägen hat er alles im Repertoire.

So gut wie jeder hat dieses eine Familienmitglied, das auf gemeinsamen Feiern mit sexistischen "Witzchen" und/oder homophoben Aussagen unangenehm auffällt. Und jeder, der solch ein Familienmitglied hat, weiß, dass man hier mit Argumenten und Erklärungen nicht weit kommt. "Ist ja schließlich alles nicht so gemeint. Man wird doch noch einen Witz machen dürfen." Die Folge: Meistens eskalieren diese Zusammentreffen irgendwann und es kommt zu Streit, Tränen – oft verlässt zudem mindestens eine Person den Raum.

Jürgen Trovato, der als TV-Detektiv "bekannt" wurde, ist in der diesjährigen "Promi-Big-Brother"-Familie genau dieses Familienmitglied. Bislang ist zwar der ganz große Streit mit dem unangenehmen Onkel ausgeblieben, doch das Gefühl, als müsste man sich nach jeder Begegnung mit ihm dringend duschen, das verursacht er jeden Tag.

Heute auch spanned:

Und so richtig für kalten Schweiß und Gänsehaut sorgte Trovato dann in der Folge von Montag. Wie er da am Zaun stand – stilecht im weißen Feinrippunterhemd – und Joey zum Weinen brachte.

So sah das bei "Promi Big Brother" aus:

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Eigentlich wollte Joey nur von seinen Plänen erzählen, eine eigene Firma zu gründen. Doch Trovato ließ den Traum des Ex-Dschungelkönigs gekonnt platzen.

"Jeder Schuster soll bei seinen Leisten bleiben! Fang das bloß nicht an, andere studieren dafür."

Feingefühl geht anders! Mit diesem Move hat Trovato einmal mehr bewiesen, dass er die Rolle des fiesen Familienmitglieds perfekt beherrscht.

Andere Beispiele gefällig? Auch beim Thema Mobbing durch sexistische Kommentare macht dem Jürgen so schnell keiner was vor. In einer Folge sagt er zu Ginger Wollersheim, sie hätte viele Falten am Hintern, "ich würde da mal darüber kärchern". Höhö. Vor lauter lachen muss sich der Trovato-affine Zuschauer an dieser Stelle seinen imaginären Bierbauch festhalten. Natürlich, so Jürgen später, sei das nur ein "Joke" gewesen.

Eine weitere Eigenschaft, die typisch für das Familienmitglied ist, dem man am liebsten die Blutsverwandschaft kündigen wollen würde, wenn man den nur könnte, ist die offene Homophobie, die natürlich "nicht abwertend gegen diese Leute, die eben schwul sind" gemeint ist.

"Das Schwuchtel-Messer hier ist ja unglaublich."

"Was machen wir mit der schwulen Kelle hier?" (sic!)

"Das ist doch 'ne schwule Scheiße hier."

Und was machen die anderen Kandidaten? Die lachen darüber wie über einen schlechten Witz von Mario Barth, Gegenstimmen gibt es kaum.

Das Problem, egal ob bei Mario Barth, dem creepy Onkel oder eben Jürgen Trovato, ist, dass sie trotz oder gerade wegen ihres mehr als fragwürdigen und vollkommen aus der Zeit gefallenen Humors von der Mehrheit der Menschen gemocht werden. Auch Jürgen Trovato ist bei den Zuschauern sehr beliebt und sogar Moderator Jürgen Schropp, der sich vor Kurzem selbst erst als homosexuell outete, überspielt die Diskriminierung mit Witzen.

Der Fall Trovato zeigt: Auch 2019 neigen viele Menschen dazu, auf Homophobie und Sexismus mit Relativierungen à la "Man darf solch ein Gerede nicht überbewerten" zu reagieren. Die einzig richtige Konsequenz für solch ein Verhalten wäre es aber, Menschen wie Jürgen Trovato keine Sendezeit einzuräumen.

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