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Und dann schlägt Tarek von K.I.Z dem Mann mit der Hundekrawatte den Kopf ab

Achtung, folgender Artikel könnte euch verstören. Denn: Für seine neue Single "Nach wie vor" hat Rapper Tarek von K.I.Z auf ordentlich Kunstblut zurückgegriffen. Die Opfer in den blutigen Szenen: Schauspieler, die verdächtig an prominente AfD-Politiker erinnern.

Da wäre ein älterer Herr, der mit seinen grauen Haaren und einer grünen Krawatte mit Hunde-Aufdruck eine gewisse Ähnlichkeit mit AfD-Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland aufweist. Da wäre eine Frau mit blonden Haaren und Brille, die an Alice Weidel erinnert. Und da wäre ein Mann, der mit seinem braven Haarschnitt ein wenig Björn Höcke ähnelt.

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Alexander Gauland, Alice Weidel und Björn Höcke? "Ähnlichkeit ist Zufall", sagt die PR-Agentur von Tarek K.I.Z. bild: youtube/k.i.z

Spoiler-Alarm: Die drei Figuren werden das Ende des Musikvideos nicht erleben. Im "Kill Bill"-Stil geht Tarek in dem Video vor. Eine Einblendung zu Beginn zeigt: Wir befinden uns im Jahr 2021. Bei der Line "Und ich bin nach wie vor der Boss" eskaliert die Lage, der Politiker mit der Hunde-Krawatte verliert seinen Kopf, die blonde Frau kriegt ein Loch in den Magen und der letzte Mann einen Ninja-Stern in die Stirn. Und stets sprudelt das Kunstblut.

Die Referenz an die AfD ist natürlich auch den Zuschauern nicht entgangen. "Der nubische Prinz allein gegen die AfD", schreibt ein Youtube-Zuschauer.

Weidel, Gauland oder Höcke haben auf das Video bisher nicht reagiert. Den Namen von K.I.Z dürften sie schon einmal gehört haben. Als die Band im September 2018 beim Anti-Rechts-Konzert #wirsindmehr auftrat, sorgten ihre Zeilen über Gewalt und Prügel für einen Aufschrei bei Konservativen und Rechten. Die AfD stellte gar eine Anfrage an die Bundesregierung, was sie von den Songzeilen halte.

Ihr erinnert euch vielleicht an diese Seite aus der "Bild"-Zeitung:

Der neue Song von Tarek aus seinem Solo-Album "Golem" (soll am 13. Dezember erscheinen) hat erstmal wenig mit Gewalt und AfD zu tun. Das lyrische Ich berichtet in dem RnB-lastigen Song vom Leben als stolzer Verlierer.

"Ob ich unter Brücken schlafe, alles, was ich habe/ Durch die Gegend schiebe in ei'm Einkaufwagen/ Es ist nicht der Wagen, sondern wer ihn fährt/ Und ich bin nach wie vor der Boss"

Es ist ein Song über das unnötige Streben nach materiellen Dingen, die doch nicht glücklich machen. Über gesellschaftlichen Druck, der dem lyrischen Ich doch nichts anhaben kann.

K.I.Z. vs. AfD: Geht die Gewalt zu weit?

Das Video erzählt eine andere Geschichte als der Songtext. Die PR-Agentur Check Your Head von Tarek sagt gegenüber watson zum Hintergrund des Musikvideos: Das Video zeige "in eine düstere Zukunftsutopie", in der der Protagonist des Videos "von einer Gruppe Personen festgehalten wird und sich nur mit Gewalt befreien kann".

Wirklich überraschend sind die martialischen Kampf-Szenen nicht. Die überzeichnete Schilderung von Gewalt zieht sich durch das Werk von K.I.Z wie ein blutiger roter Faden.

Aber geht die Gewalt nicht zu weit? Soll die Auseinandersetzung mit der AfD über Kunstblut und Kopf-ab gehen?

Die PR-Agentur verweist auf popkulturelle Referenzen des Videos wie "Kill Bill" und "Der große Diktator" von Charlie Chaplin. "Die Gewalt wird künstlerisch überzeichnet und überhöht dargestellt", heißt es von Check Your Head. Und: Die Ähnlichkeit mit realen Personen sei zufällig. "Alle Personen waren Schauspieler."

(ll)

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