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Asap Rocky CELEBRITES : Defile Louis Vuitton - Paris Fashion Week - 21/06/2018 GwendolineLeGoff/Panoramic PUBLICATIONxNOTxINxFRAxITAxBEL

ASAP Rocky 2017 in London. Bild: imago stock&people

ASAP Rocky in Schweden in U-Haft – schwarze Rapper klagen über Rassismus

Die Verhaftung des Rappers ASAP Rocky ist mittlerweile zur Staatsangelegenheit geworden. Donald Trump twitterte am Wochenende, dass er auf Anfrage seines Spezis Kanye West den "sehr talentierten Premierminister Schwedens" anrufen werde, um zu versuchen, den Rapper aus dem Gefängnis zu holen. Nach seinem Gespräch mit dem Premierminister Stefan Löfven am nächsten Tag erklärte Trump, dass er persönlich für Rockys Kaution bürgen würde.

Daraufhin schaltete sich Justin Bieber auf Twitter ein: "Ich will meinen Freund draußen haben. Ich weiß es zu schätzen, dass Sie ihm helfen wollen. Aber während Sie schon dabei sind @realdonaldtrump, können Sie auch diese Kinder aus den Käfigen rauslassen?" Damit spielt er auf die Flüchtlingskinder an, die an der amerikanischen Grenze in Lagern festgehalten werden.

ASAP Rocky wird seit dem 2. Juli in einem schwedischen Gefängnis festgehalten, weil er am 30. Juni in eine Schlägerei verwickelt worden war. In zwei Videos ist zu sehen, wie Rockys Crew verfolgt wird und der 30-Jährige in die Kamera erklärt, dass er keine Probleme mit den Männern haben möchte.

Zwei Frauen kommen ebenfalls auf ihn zu und erklären, dass die beiden sie an den Hintern gefasst hätten. In einem dritten Video sieht man dann, wie Rocky einen der Männer über den Boden schleift und auf ihn eintritt. Wegen Fluchtgefahr sitzt Rocky nun in Untersuchungshaft und darf auch nicht gegen Kaution raus.

Es folgten viele Solidaritätsbekundungen und noch mehr Anschuldigungen gegen die schwedischen Behörden. Der New Yorker Kongressabgeordnete und Jurist Adriano Espaillat erklärte gegenüber Complex, dass Rocky nicht die Möglichkeit gehabt hätte, unmittelbar nach seiner Verhaftung die amerikanische Botschaft zu erreichen.

Andere Rapper erklärten im Zuge der Berichterstattung, dass sie unverhältnismäßig schlecht von den Behörden in Schweden behandelt worden seien. Migos-Rapper Quavo erklärte in einem kurzen Interview mit dem Promiportal TMZ: "Schweden hat uns auf dem Bordstein liegen lassen. Wir waren gerade erst in Schweden angekommen, sofort hatten sie mich und meinen Kameramann auf dem Bordstein liegen, und sie versuchten auch, uns einzusperren", erinnert er sich. "Sie ließen uns gehen, es ist, was es ist. Schweden ist wirklich hart."

Quavo schildert seine Erfahrungen in Schweden

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Video: YouTube/TMZ

Der New Yorker Rapper Rich the Kid äußerte sich in einem Tweet: "Ich war schon einmal in Schweden eingesperrt, die Polizei überfiel mein Zimmer, es war schrecklich. Free Rocky ASAP"

"Mo Bamba"-Rapper Sheck Wes teilte ebenfalls eine Erfahrung in Schweden: "Die Polizei durchsuchte mich und die ganze Gang in Schweden, zog meine Männer ohne Einverständnis aus und durchsuchte sie, wir mussten es über uns ergehen lassen. Die Scheiße war aggressiv und das ist abgefuckt. Die Polizei in EUROPAs Ländern versucht immer, Exempel an Touristen zu statuieren, die nicht robust sind."

Rapper Tyler The Creator schrieb eine Woche nach der Festnahme Rockys: "Kein Schweden mehr für mich, nie wieder".

Schon vor vier Jahren filmte sich Snoop Dogg auf einem schwedischen Polizeirevier und warf den Polizisten Racial Profiling vor. Bei einer Straßenkontrolle war er gestoppt worden und wegen Verdachts auf Drogenmissbrauch vorübergehend festgenommen worden. Weil die Urinprobe ergab, dass er tatsächlich clean war, durfte er wieder gehen. "Tut mir leid, Leute, aber ich gehe nie wieder in euer Land zurück."

Interessant ist, dass der weiße Rapper G-Eazy im Vergleich zu seinen dunkelhäutigen Kollegen eine sehr viel mildere Behandlung bekam. Im Mai 2018 soll er sich in einem Stockholmer Nachtclub laut Bericht von TMZ aggressiv verhalten haben. Ein Türsteher soll ihm gesagt haben, dass er sich beruhigen soll. Daraufhin soll er den Türsteher mehrfach geschlagen haben. Die Polizei verhaftete ihn und fand auch Kokain bei ihm.

Am nächsten Tag hatte er eine Anhörung im Stockholmer Bezirksgericht, wo er sich wegen der folgenden drei Anklagen schuldig bekannte: "Gewalttätiger Widerstand, Verbrechen der Gewalt gegen einen Beamten sowie illegaler Drogenbesitz." Wie das "E!-Magazine" berichtet, soll er ohne Gefängnisaufenthalt entlassen worden sein und mit einer Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 10.000 Dollar und einer Zahlung von 800 bis 900 Dollar an den Türsteher, davongekommen sein. Vier Tage nach dem Vorfall performte er planmäßig in Kopenhagen in Dänemark.

Der dunkelhäutige britische Rapper Skepta erklärte in einem Interview mit "NME" auf die Frage, was er von der Situation bezüglich der Verhaftung Rockys in Schweden halte: "Sie werden ein Exempel an uns schwarzen Künstlern statuieren." Wen er genau mit "sie" meinte, ließ er offen. Dennoch scheinen die Vorwürfe des Racial Profilings nicht komplett unbegründet zu sein.

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(hd)

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