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Kleines Hüngerchen? Im Gefängnis, das "Der Schacht" zeigt, essen alle Gefangenen der Reihe nach von einem großen Tisch. Bild: netflix

"Der Schacht" auf Netflix: Das bedeutet das verstörende Ende

Lecker Chips, Popcorn und andere Knabbereien für einen faulen Netflix-Abend? User, die sich in diesen Tagen die Film-Neuerscheinung "Der Schacht" ansehen, könnte der kleine Nasch am Abend aber recht schnell übel auf den Magen schlagen. Denn das Drama mit Horror-Elementen, das aktuell der meistgestreamte Inhalt in Deutschland ist, kommt nicht ohne Jugendschutz-PIN aus. Und das zu Recht.

Aber der Reihe nach: Der spanische Streaming-Hit ist in einer dystopischen Zukunft angesetzt, in der Gefangene hungernd in übereinander gestapelten Zellen hausen, durch die eine gigantische Essenstafel einmal am Tag über einen hunderte Meter tiefen Schacht von oben nach unten herabgelassen wird. Dabei bekommen die oberen Gefangene Fleisch, Wein und opulente Desserts ab, denjenigen auf den unteren Ebenen werden noch nicht einmal die abgenagten Knochen übrig gelassen. Sie haben die Wahl: Entweder sie verhungern oder sie ernähren sich vom Fleisch ihrer Zellengenossen.

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Der Gefangene Goreng (vorne) möchte das "Schacht"-System sprengen. Bild: Netflix

Galder Gaztelu-Urrutias teils verstörender Film zeigt brutalste Szenen, angedeutete Vergewaltigung, mehrere Fälle von Kannibalismus. Und trotzdem sind derzeit so viele Netflix-User von der sozialen Allegorie auf die Menschheit in Zeiten voller Dunkelheit und Hunger fasziniert.

Das Ende von "Der Schacht" wirft allerdings Fragen auf.

Achtung, Spoiler!

Der Gefangene Goreng nimmt sich zum Ziel, das perverse System des Schachts zu sprengen. Also fasst er mit seinem Zellengenossen den Plan, den Essenstisch mit den Lebensmitteln über alle Ebenen nach unten zu begleiten und dabei die Lebensmittel unter allen Insassen gerecht aufzuteilen. Gorengs Ziel: Eine Panna Cotta soll unberührt nach oben zur (nicht namentlich benannten) Autorität zurückgeschickt werden, die das Essen an die Gefangenen ausgibt.

Das bedeutet das Ende von "Der Schacht"

Endlich auf der vermeintlich letzten Ebene (Nummer 333) angekommen, entdeckt Goreng ein kleines Mädchen, das unter einem Bett kauert. Um sie vom Verhungern zu retten, gibt er ihr das Dessert. Doch der Schacht hat noch eine Keller-Ebene – Goreng opfert sich und schickt das Kind als Symbol für Menschlichkeit als Botschaft an die Autorität nach oben. Die Autorität soll so sehen, dass den Gefangenen das Menschliche nicht abhandengekommen ist.

Fest steht allerdings: Das Ende von Netflix' "Der Schacht" spielt darauf an, dass die omnipräsente Konsumgier der Menschen trotz genügend vorhandener Ressourcen (in diesem Fall Lebensmittel) in einer sozialen Ungleichheit gipfelt, in der keiner dem anderen etwas gönnt und die am Ende Menschenleben fordert.

Gorengs Schicksal dagegen bleibt ungeklärt. Ob er wirklich auf der untersten Ebene stirbt? Ungewiss. Im Netz werden bereits Stimmen nach einer Fortsetzung laut.

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(ab)

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