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Oliver Pocher (r.) und sein Vater Gerhard: Auf ihrer abenteuerlichen Reise, die RTL jetzt zeigt, kam es zum Streit. Bild: TVNOW

Oliver Pocher streitet in RTL-Show heftig mit seinem Vater

Olivers Vater Gerhard ist eigentlich Buchhalter aus Burgwedel bei Hannover und hat noch nicht so viel von der Welt gesehen wie sein 42-jähriger Sohn. Das sollte sich nun ändern. Für das neue RTL-Format "Pocher und Papa auf Reisen" ging es für die beiden nach Thailand (der Trip hatte weit vor der Corona-Krise im Januar stattgefunden).

Rund elf Tage verbrachten sie Tag und Nacht gemeinsam in Bangkok, im Urwald oder auch an den beliebten Traumstränden Ko Samuis. Sein Vater stellte gleich klar: "Oliver lebt ganz anders als wir. Wir haben alles geordnet, wir haben Termine, die wir abarbeiten. Bei ihm ist das immer sprunghaft. Dann ruft er an und sagt, ich komme um zwölf, dann kommt er um vier."

Doch nun hatten die beiden ganz viel Zeit zusammen. Der Komiker war sich sicher: "Das Lustige ist, mein Vater würde am liebsten mein Leben führen. Und diesen bislang gut unterdrückten Wunsch werde ich meinem alten Herren erfüllen, mit einer Reise, die es in sich hat: Herausforderungen unglaublichen Ausmaßes, also zumindest für meinen Vater."

Gerhard Pocher (l.) und Sohn Oliver Pocher (r.) in neuen maßgeschneiderten Anzügen.




Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Gerhard und Oliver Pocher beim thailändischen Schneider: Die beiden hatten während ihres Trips auch die eine oder andere Diskussion. Bild: TVNOW / Banijay Productions Germany / Thailand

Einen gemeinsamen Urlaub hätten sie das letzte Mal vor 20 Jahren gemacht, stellte Papa Pocher fest. Damals ging es nach Zypern und wenn sie verreisen wollten, ging immer etwas schief: "Entweder er ist vom Baum gefallen, hat sich einen Arm gebrochen oder ist in die Baugrube gestürzt. Als Kind war er immer vorneweg, ist immer in die schnellsten Karussells gegangen, hat nie Angst gehabt." Pocher sei in der Schule, was die Klassenkameraden anbelangt, beliebt gewesen, aber bei den meisten Lehrern nicht.

Auch jetzt sollte es wieder turbulent werden. Denn die Glaubensrichtung der Zeugen Jehovas, der der 70-Jährige angehört, führte zu mehreren Diskussionen und einem großen Eklat.

So lebte Oliver Pocher als Zeuge Jehovas

Nach 13 Stunden Flug sollte für die beiden bei 35 Grad das Thailand-Abenteuer beginnen. Gerhard stellte gleich klar: "Meine Frau und ich sind ja Zeugen Jehovas. Wir haben nichts gegen Leute, die eine andere Religion haben. Aber ich würde mich auch hier nicht an irgendwelchen Gesprächen, Riten oder Gottesdiensten beteiligen, die hier abgehalten werden." Die wichtigste Religion Thailands ist der Buddhismus. Der sogenannten Theravada-Konfession gehören mehr als 90 Prozent der Bevölkerung des Landes an. Olli erklärte über sein Aufwachsen mit der Glaubensrichtung seiner Eltern:

"Bei mir ist es einfach so, dass ich, seitdem ich vier bin, da ging das bei meinen Eltern los, dieses Zeugen-Jehovas-Ding praktisch mein Leben lang mitbekommen habe. Mit 18 habe ich aufgehört. Das ist immer ein Streitpunkt und grundsätzlich haben sie einfach noch die Ansichten der Religion und ich gar nicht und das ist nur eine Frage der Zeit, bis sowas eskaliert."

Oliver Pocher finanzierte seine Eltern

Als sich die beiden ins Nachtleben von Bangkok stürzten, wurde deutlich, dass sie in Sachen Erziehung auf keinen gemeinsamen Nenner mehr kommen werden. Der Komiker sagte ernst: "Ich bin jemand, der von seinen Eltern grundsätzlich nicht viel bekommen hat. Ich musste immer Geld abdrücken. Ich habe meine Eltern deutlich mehr finanziert als umgekehrt. Ich habe damals 1000 Mark als Versicherungskaufmann bekommen und habe 400 Mark Miete gezahlt." Er sei noch nicht einmal 18 Jahre alt gewesen. Als sein Vater erklärte, das wäre eine reine pädagogische Erziehungsmaßnahme gewesen, entgegnete Olli, anscheinend leicht wütend: "Pädagogisch? Das ist Abzocke!"

Gerhard Pocher (l.) und sein Sohn Oliver Pocher (2.v.l.) essen in einem thailändischen Restaurant.



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Gerhard und Oliver: Immerhin beim Essen herrschte stets Harmonie. Bild: TVNOW / Banijay Productions Germany / Thailand

Doch Gerhard pochte darauf, dass man das machen sollte, damit die Kinder lernen, mit Geld umzugehen. Die Kindheit war für seinen heute 42-jährigen Sohn somit schwer, wie dieser weiter ausführte: "Angesichts dessen, dass es bei den Zeugen Jehovas keinen Geburtstag, kein Weihnachten gibt, hielt sich die Anzahl der Geschenke, die ich von meinen Eltern bekommen habe, stark in Grenzen." Dies sei für Leute, die nicht viel für ihre Kinder ausgeben, die perfekte Religion. "Wenn alle deine Freunde Geburtstage und Weihnachten feiern, klar fragst du dich, was habe ich getan?", so Pocher junior. Man komme sich speziell vor und das nicht im positiven Sinn. Bei seinen Kindern mache er das nun anders.

Bei gemeinsamem Travestie-Auftritt vertragen sich Pocher und sein Papa

Nachdem die beiden eine Massage auf den Straßen Bangkoks genossen hatten, sollte es dann (vorerst) wieder harmonisch zugehen. Sie traten nämlich in einer Travestie-Show auf. "Die alten 'Let’s Dance'-Zeiten werden direkt hier wieder wach. Das habe ich ganz gut hinbekommen. Ich bin top in Form, habe gerade einen unfassbar guten Körper und freue mich, das dem asiatischen Publikum präsentieren zu können", freute Olli sich. Für Pocher war der Auftritt mit seinem Vater der skurrilste Moment in seinem Leben. Gerhard stellte fest:

"Es ist ein komisches Gefühl für einen Mann, in weiblicher Bekleidung zu sein. Meine Figur ist ja auch keine Bikinifigur."

Oliver Pocher bereitet sich auf seinen ersten Auftritt bei einer Travestie-Show vor.



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Oliver Pocher: So sah er bei seinem großen Travestie-Auftritt aus. Bild: TVNOW / Banijay Productions Germany / Thailand

Danach amüsierte sich der TV-Star: "Meine Erfolgsgeschichte ist um ein weiteres Kapitel reicher. Ich habe für mich mit dieser Show einen neuen Tiefpunkt setzen können. Das Lustige ist, dass mein Vater da noch mitmacht. Ich hätte nie und nimmer damit gerechnet, dass er das wirklich komplett durchzieht. Am Ende ist es wahrscheinlich mit das Lustigste, was ich wirklich seit langem gemacht habe."

Doch die Laune sollte ihm schon am nächsten Tag vergehen, als sie nach Chiang Mai, in Thailands hohem Norden reisten. Denn dort sollten sie eine Nacht mit 40 Mönchen in einem Kloster verbringen.

Ausflug zum Kloster sorgt für Eklat zwischen Olli Pocher und seinem Vater

Pocher erklärte auf dem Weg dahin: "Ich finde das grundsätzlich immer interessant, auch die Religion kennenzulernen, weil das oft ein prägendes Element der ganzen Gegend ist. Hier drin wird uns jetzt einer der Mönche empfangen, dann geben die uns Aufgaben, die man hier verrichtet und dann können wir hier übernachten." Sein Vater sagte prompt:

"Das möchte ich aber aus religiöser Überzeugung nicht. Du weißt, dass ich Zeuge Jehovas bin. Und deswegen ist für mich mein Gott, den ich anbete, Jehova."

Olli entgegnete genervt: "Ich musste den Kram mitmachen. Ich weiß das wohl ganz genau."

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Gerhard und Oliver: Vor dem Kloster war für Ollis Vater Endstation. Bild: TVNOW

Der Alltag als Kind hätte bei ihm so ausgesehen, dass seine Familie ein bis zweimal die Woche von Haus zu Haus gegangen sei oder mit dem "Wachturm" in der Fußgängerzone stand:

"Dienstag, Freitag und Sonntag sind Versammlungen gewesen. Dann gibt es noch die Kongresse, Bezirkskongresse, das Gedächtnismahl. Der 'Wachturm' muss auch studiert werden. Es gibt ein Powerprogramm rund um diese ganze Religionsgeschichte. Das war wirklich schon auch als Kind ein Fulltime-Job. Das hat mir damals auch nie Spaß gemacht."

Sein Vater, der heute immer noch missioniert, sagte enttäuscht: "Also Olli hat seine eigene Entscheidung getroffen, die Zeugen Jehovas zu verlassen. Das bedauern wir natürlich. Aber jeder hat einen freien Willen und kann sich entscheiden, wie er möchte."

Und tatsächlich: Pochers Vater weigerte sich trotz laufender Kamera, das Kloster zu betreten. Das begründete Gerhard schließlich mit folgenden Worten: "Ich gehe auch in Deutschland in kein Gotteshaus rein. Das ist eine persönliche Entscheidung, die ich getroffen habe. Es geht mir um die richtige, die wahre und die falsche Religion. Für mich ist der Buddhismus nicht die richtige, sondern die falsche Religion."

Oliver Pocher (l.) beim Rundgang mit buddhistischen Mönchen. 



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Oliver Pocher besuchte am Ende allein die Mönche. Bild: TVNOW / Banijay Productions Germany / Thailand

Pocher stinksauer auf seinen Vater: "So unfassbar dümmlich"

Das Thema war für ihn gelaufen und der 70-Jährige lehnte die Gastfreundschaft der Mönche ab. Und das, nachdem Olli Pocher und sein Vater alles bis hierher gemeinsam gemacht hatten.

Da wurde Pocher junior stinksauer. Er machte seinem Vater schwere Vorwürfe: "Die Argumentationskette ist immer so unfassbar dümmlich. Dann heißt es immer, nein, ich mache das nicht, ich bete keine anderen Götter an. Niemand sagt, dass du jetzt hier beten sollst." Doch Gerhard sah das anders:

"Jeder Mensch hat einen freien Willen, mein Sohn Oliver auch. Wenn er sagt, ich gucke mir das an, ich gehe da rein, bitte schön. Vielleicht denkt er, dass ich von der religiösen Überzeugung her nicht so standhaft bin oder mich vielleicht auch beeinflussen lasse. Das ist aber nicht der Fall. Ich habe da eine feste Überzeugung und zu der stehe ich auch. Das habe ich ja eben zum Ausdruck gebracht und das hat dann auch keinen Zweck, mit Oliver zu diskutieren."

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Oliver Pocher musste eine Nacht getrennt vom Vater verbringen. Bild: tvnow

Doch für Olli war damit der Streit noch nicht beendet und er wütete später: "Es ist der Klassiker, es ist die Religion. Da braucht man auch gar nicht anfangen, groß darüber zu reden. Mein Vater macht das nicht." Und weiter:

"Das ist auch für mich immer schwer nachvollziehbar. Es geht ja nicht darum, dass ich ihn überzeuge, eine andere Religion anzunehmen. Bei mir ist das genau dasselbe. Ich finde, Religion ist genauso wie Veganer: Sie sollen es machen, aber die Fresse halten."

"Fresse halten": keine netten Worte vom Sohnemann in Richtung Vater.

Nach dem Streit rauften sich Oli und Gerhard wieder zusammen

Dennoch war Oli nach dem Abgang des Vaters, der zurück ins Hotel fuhr und später ein Fish-Spa genoss, düster gestimmt. Er mache die Reise, um mit ihm viel Zeit zu verbringen und er wolle ihn auch gar nicht in irgendeiner Art und Weise verärgern. Und natürlich hätte er es lieber gehabt, wenn er dageblieben wäre. Somit meditierte er mit den Mönchen allein.

Den Rest der Reise setzte das Vater-Sohn-Gespann dann aber wieder gemeinsam fort. Und bei der Feuer-Massage, dem Besuch eines Dorfes im Dschungel oder beim Auflegen anlässlich einer Moonlight-Party am Strand kamen sie sich schnell wieder näher.

Der thailändische Masseur (l.) erklärt Oliver Pocher (r.) wie er seinen Vater Gerhard (2.v.l.) am besten massiert.


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Vater und Sohn bei der Massage. Bild: TVNOW / Banijay Productions Germany / Thailand

Oliver Pocher stellte nach der großen Reise versöhnlich fest: "Wir haben schon jetzt so viel Zeit gemeinsam verbracht, wie in den letzten Jahren zusammen. Man freut sich schon, wenn man merkt, dass es ihm Spaß macht. Irgendwie war es wirklich schön, er ist sehr unkompliziert. Für seine 70 Jahre ist er erstaunlich fit und gut dabei." Sie hätten deutlich mehr zueinander gefunden und seien auf einem guten Weg. Und Papa Pocher sagte nach dem wilden Trip abschließend: "Ich bin schon ein bisschen wehmütig. Das war hier mit Olli eine nette Gemeinschaft. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben und sich um mich gekümmert."

RTL zeigt "Pocher und Papa auf Reisen" am 19. und 26. Juni um 20.15 Uhr.

(iger)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Cassie 19.06.2020 20:11
    Highlight Highlight Bezahlen die Pochers eigentlich Watson oder warum sind die hier ständig präsent?!Da der Apfel nicht weit vom Stamme fällt,kann man wirklich behaupten so fanatisch Pocher senior seinen Wächter folgt,so fanatisch verfolgt Pocher die Influencer

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