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Prinz Marcus von Anhalt stehen nach einer homophoben Äußerung bei "Promis unter Palmen" in der Kritik. Bild: Sat.1/screenshot

Homophobie bei "Promis unter Palmen": Olivia Jones mit klarer Ansage an Prinz Marcus

Trash-TV-Fans in Deutschland hatten den Montagabend sehnlichst herbeigesehnt, denn endlich ging die neue Staffel von "Promis unter Palmen" bei Sat.1 an den Start. Jedoch machte die Show bereits mit der ersten Folge negative Schlagzeilen: Prinz Marcus ging die offen homosexuell lebende Dragqueen Katy Bähm mit einer homophoben Aussage an.

Daraufhin meldete sich der Sender in sozialen Netzwerken zu Wort und verkündete: "Wir möchten klarstellen, dass wir die homophoben Aussagen von Prinz Marcus von Anhalt nicht teilen. Für uns gilt: Alle Menschen sind gleich." Vielen Usern war das allerdings zu wenig – einige kritisierten, dass die Aussagen ungefiltert gezeigt wurden, andere wiederum wunderten sich, dass Prinz Marcus überhaupt eine Plattform bei Sat.1 bekam. Schließlich war er schon früher mit zweifelhaften Äußerungen in diese Richtung aufgefallen.

Am späten Abend meldete sich bei Instagram auch Dragqueen Olivia Jones. Sie postete eine direkte Ansage an den 54-Jährigen und erntet dafür viel positives Feedback von ihren Followern.

"Promis unter Palmen": Olivia Jones ist entsetzt

Prinz Marcus hatte bei "Promis unter Palmen" gesagt: "Es ist eklig, wenn zwei Männer sich küssen. Da stehe ich zu – basta! Du kannst ein Travestiekünstler sein. Stehe ich drauf, finde ich geil, aber du musst Frauen ficken. Wenn ich sage, schwul sein ist scheiße, dann ist das so für mich." Wie auch zahlreiche andere Zuschauer äußert Olivia Jones nun deutliche Kritik, bleibt dabei aber sachlich. Ihre Botschaft beginnt mit den Worten:

"Lieber Prinz Marcus, ich hatte mich sehr auf den Start von 'Promis unter Palmen' gefreut. Aber was ich eben von dir gesehen habe, hat mich überrascht, traurig und wütend gemacht."

Hamburg der 18.08.2020 Dragquenn Olivia Jones präsentiert Diversity Bus auf dem Betriebshof der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein VHH in Schenefeld bei Hamburg. Dragquenn Olivia Jones präsentiert Diversity Bus, Schenefeld Schleswig-Holstein Deutschland *** Hamburg der 18 08 2020 Dragquenn Olivia Jones presents Diversity Bus at the depot of Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein VHH in Schenefeld near Hamburg Dragquenn Olivia Jones presents Diversity Bus, Schenefeld Schleswig Holstein Germany

Olivia Jones richtete bei Instagram offene Worte an Prinz Marcus. Bild: imago images/Andre Lenthe

Im "Grunde seines Herzens" sei Prinz Marcus ein "eigentlich toleranter Mensch, der selber gut weiß, wie sich Ausgrenzung, Intoleranz und Vorurteile anfühlen". Trotzdem lässt Olivia Jones ihn unmissverständlich wissen: "Deine Worte gegenüber meiner Freundin Katy Bähm, deine Ansichten über Homosexualität, haben mich sehr betroffen gemacht."

Oliver Jones meint: "Adel verpflichtet"

Weiter empfiehlt sie ihm, das von ihr verfasste Kinderbuch oder auch ihre Biografie zu lesen, denn in beiden Büchern gehe es genau darum: "Toleranz ist der ursprüngliche Zustand. Intoleranz wird anerzogen. Und Homosexualität gibt es auch im Tierreich, ist also nicht unnatürlich und wäre längst ausgestorben, wenn sie keinen bio-sozialen Sinn hätte."

Der Umstand, dass Prinz Marcus zum Zeitpunkt seines "Wutanfalls" offenbar angetrunken war, sei jedenfalls nur "eine Erklärung, aber keine Entschuldigung". Daher findet Olivia Jones es umso wichtiger, dass er sich entschuldigte, als er wieder nüchtern war. Dennoch richtet sie die Bitte an ihn: "Mach dich schlauer, arbeite an deiner Einstellung."

Wenn Homosexuelle sich durch Meinungen wie die von Prinz Marcus gezwungen fühlen, Angst zu haben, seien "wir bald wieder in der Steinzeit", lautet das warnende Fazit. Schließlich fordert Olivia Jones ihn auf: "Hilf uns dagegen zu kämpfen. Das wäre ritterlich, ein nobler Zug. Denn 'Adel' verpflichtet."

So reagieren die Fans von Olivia Jones

Für ihren offenen Brief an Prinz Marcus erhält Olivia Jones eine Menge Lob bei Instagram. Im Kommentarbereich finden sich zahlreiche Herzen und Regenbogen-Flaggen. Ein Fan schreibt beispielweise: "Was für ein toller, wichtiger, offener und auf den Punkt gebrachter Beitrag. Danke." Und ein weiterer Kommentar lautet: "Danke für deine tollen, respektvollen Worte. Du hättest ganz anders lospoltern können. Ich ziehe meinen Hut vor dir."

Vereinzelt gehen User jedoch auch viel härter mit Prinz Marcus ins Gericht. So ist unter den Antworten ebenfalls zu lesen: "Er hat ja noch mal im nüchternen Zustand betont, dass er nicht möchte, dass sich homosexuelle Menschen vor ihm küssen. Das ist einfach homophob und hat auch nichts mit dem Alkohol zu tun."

(ju)

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