Investor Carsten Maschmeyer nimmt die Brotbackmischung mit Bier von

Carsten Maschmeyer wollte war das Team von Pinky zu männlich. Er wollte nicht investieren. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

"Mir fehlt die Frau im Team": Carsten Maschmeyer kritisiert Pinky-Gründer – und übersieht das eigentliche Problem

Bei "Die Höhle der Löwen" dreht sich in Staffel neun alles um das Thema Nachhaltigkeit. Bei diesem Stichwort, das lässt sich bereits nach Folge vier sagen, sind die Löwen bereitwillig, anzubeißen.

Auch in dieser Folge der Vox-Sendung durften sich zwei Gründer-Teams über einen Deal freuen, die die Welt mit ihren nachhaltigen Erfindungen zu einem besseren Ort machen wollen: Die Gründer von Sause versuchen dies mit veganen Tabletten für den Seifenspender, Werksta.tt-Gründer Justus Lauten mit einer smarten Bäckerei-Software.

Weniger nachhaltig und dennoch erfolgreich waren die Erfinder von Pinky, einem Handschuh, der Frauen die Entsorgung von Tampons erleichtern soll. Zwei Investoren waren begeistert, Carsten Maschmeyer allerdings übte Kritik an der Zusammensetzung des Gründer-Teams. Andere Probleme jedoch blieben unbenannt.

Pinky-Gründer präsentieren Handschuh zur Tampon-Entsorgung

Sie waren der absolute Hingucker in Folge vier bei "Die Höhle der Löwen": André Ritterswürden (32) und Eugen Raikulow (32), zwei echte Kerle, wie sie im Bilderbuch stehen. So zumindest lautete der Eindruck der Investoren.

Bei der Bundeswehr zu Freunden geworden arbeiten sie seit vier Jahren an einer gemeinsamen Idee: "Ein Handschuh zur praktischen und vor allem hygienischen Entsorgung von Damen-Hygieneartikeln."

Eugen Raimkulow (l.) und Andre Ritterw

André Ritterswürden (32) und Eugen Raikulow (32) wollen Frauen das Leben leichter machen: mit dem Pinkt-Handschuh. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer / Pinky

In "Die Höhle der Löwen" traten sie als selbsternannte "Frauenversteher" auf und sorgten damit bei den Investoren zunächst für Verwunderung. Carsten Maschmeyer formulierte eine Sorge. Der Unternehmer kritisierte: "Ich habe ein Störgefühl: Mir fehlt die Frau im Team." Weil das Team ihm bereits sehr männlich erschien, kam eine Investition für Maschmeyer nicht infrage.

Auch die zwei Frauen in der Investoren-Runde, Judith Williams und Dagmar Wöhrl, wollten kein Investment tätigen. Zwar waren sie ganz begeistert von der schönen Verpackung, das Produkt selbst hatte die Löwinnen jedoch nicht genug begeistert. Stattdessen machten Nils Glagau und Ralf Dümmel ein Angebot: Wie gefordert sollte es 30.000 Euro für 20 Prozent Firmenanteile geben.

"Absolut stark, dass ihr dieses Thema erkannt habt", lobte Glagau das Produkt in pinker Farbe.

Den Zuschlag jedoch holte sich am Ende Ralf Dümmel. Die Begeisterung war auf beiden Seiten groß.

"Höhle der Löwen": Wo bleibt die echte Kritik am Pinky-Handschuh?

Investor Ralf D

Hier schaut Löwe Ralf Dümmel recht unzufrieden drein –dennoch holte er sich den Zuschlag für ein Investment in Pinky. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer / Pinky

Als Zuschauerin oder Zuschauer konnte man sich über die Verzückung über den Pinky-Handschuh und die Ausführungen der beiden Gründer an vielen Stellen nur wundern: Denn das Produkt spielte äußerlich und auch konzeptuell mit vielen Klischees, die über Frauen und ihre Periode existieren – und die es eher über Bord zu werfen als zu unterstützen gilt.

Allein die pinke Farbe des Handschuhs könnte klischeebelasteter kaum sein. Während es vielleicht erstaunlich aber viel weniger problematisch ist, dass Männer ein derartiges Produkt für Frauen entwickeln, so ist ihr Blick darauf durchaus zu kritisieren.

In einer WG mit zwei Frauen lebend seien die Gründer André Ritterswürden (32) und Eugen Raikulow (32) auf die Idee gekommen, Pinky zu erfinden. Unter anderem der Anblick und der Geruch von Tampons im Mülleimer des gemeinsamen WG-Badezimmers habe zu derart einschneidenden Erlebnissen geführt und aus der vermeintlichen Not eine Tugend werden lassen. Mit weiblichem Rat entwickelten sie den Pinky-Handschuh, mit dem sie Frauen das Leben leichter machen wollen.

Doch dieser Blick der beiden Gründer auf die weibliche Menstruation bestätigt ein weit verbreitetes Klischee, dass es sich bei der Periode von Mädchen und Frauen um etwas Ekliges handelt, das für andere möglichst unsichtbar und geruchlos bleiben sollte. Mit ihrem Produkt sendeten die Gründer von Pinky deshalb nicht gerade ein Signal des Empowerments für Mädchen und Frauen.

Und zu guter Letzt: Zwar ist der Pinky-Handschuh recyclebar und soll verhindern, dass Tampons von Frauen nicht richtig entsorgt werden. Doch längst gibt es beispielsweise mit sogenannten Menstruations-Cups weitaus nachhaltigere Alternativen auf dem Markt. Insgesamt zeigte der Pinky-Handschuh bei die "Höhle der Löwen" vor allem eins: Gut gemeint ist nicht immer gleich gut.

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