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"In Berlin ist die umstrittene Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen aufgelöst worden", vermeldete Sprecherin Karolin Kandler um 15.35 Uhr. bild: screenshot tagesschau

"Tagesschau" erntet Kritik für Bildauswahl bei Corona-Demo – und äußert sich

Egal ob im Fernsehen, in sozialen Netzwerken oder persönlichen Gesprächen: Die Corona-Demonstrationen in Berlin waren am Wochenende das alles dominierende Thema in Deutschland.

Insgesamt protestierten bis zu 38.000 Menschen gegen die Corona-Auflagen, unter ihnen neben normalen Bürgern auch Reichsbürger und Rechtsextreme. Die Großdemonstration wurde von der Polizei aufgelöst, nachdem die Teilnehmer sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht an die Abstandsregelungen gehalten hatten und schließlich auch die im Anschluss verhängte Maskenpflicht ignoriert hatten.

In der "Tagesschau" am Samstagnachmittag war die Auflösung der Demo, wie in vielen anderen Medien zu dieser Zeit auch, das Topthema.

"Tagesschau" erntet Kritik für Bildauswahl

"In Berlin ist die umstrittene Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen aufgelöst worden", vermeldete Sprecherin Karolin Kandler um 15.35 Uhr. Doch noch bevor die "Tagesschau" Videomaterial aus Berlin zeigte, erschien ein Foto auf dem Bildschirm der TV-Zuschauer, das in sozialen Netzwerken heftige Kritik hervorrief.

Dieses Bild kritisierte der Zuschauer:

Der Zuschauer bemängelte die Bildauswahl im Zusammenhang mit der Demo-Auflösung und warf der "Tagesschau" vor, damit einen falschen Eindruck zu erwecken.

Der Grund: Auf dem Bild der "Tagesschau" sind offensichtlich Gegendemonstranten abgebildet, die nicht Teil der aufgelösten Demo waren – sondern vielmehr gegen die Corona-Demo protestiert hatten. Zu sehen ist im Hintergrund beispielsweise eine Fahne der Antifa. Aktivisten der Antifa hatten im Vorfeld der Demo in Berlin zu Gegenprotesten aufgerufen.

Einige Zuschauer unterstellen der "Tagesschau" sogar Absicht

Im Anschluss meldete sich unter anderem eine Twitter-Userin zu Wort, die selbst auf jener Gegendemo war. Das Bild stamme zwar vom Samstag, schrieb sie, "nur eben von der Gegendemonstration (auf der auch ich war). Erkennbar an den grünen Bäumen im Hintergrund, die erst seit zwei Tagen dort in Kübeln aufgestellt wurden, da die Friedrichstraße temporär autofrei ist."

Ein weiterer Twitter-User kritisierte die ARD-Nachrichtensendung dafür, "schlampig und unprofessionell" gearbeitet zu haben. Ein anderer forderte eine Richtigstellung.

Andere User gingen weiter und unterstellten der "Tagesschau" sogar Absicht. So etwas könne "kein Zufall" sein, schrieb einer. Mehrere Kritiker warfen der ARD Framing vor. Damit ist der Versuch gemeint, durch die Bildauswahl die Nachricht in eine bestimmte Richtung zu lenken – sprich, die Antifa schlecht darzustellen.

"Tagesschau" äußert sich: "Ungenauigkeit" ja, Absicht nein

Was sagt die Redaktion selbst dazu? Watson hat bei der ARD nachgefragt. Der für die "Tagesschau" verantwortliche NDR teilte daraufhin mit: "Das Bild stammt vom 29.8.2020 und ist ein tagesaktuelles Foto, das uns von verschiedenen Agenturen angeboten wird." Zum Hintergrund: Fernsehsender, Zeitungen und Online-Portale beziehen fast immer auch Bildmaterial von großen Nachrichtenagenturen wie der dpa oder speziellen Bildagenturen wie Getty.

Weiter räumt der NDR bezüglich des Bildes ein: "Es zeigt allerdings nicht die von der Polizei aufgelöste Demonstration in Berlin. Insofern passen die Unterzeile und das Bild nicht zusammen. Diese Ungenauigkeit räumen wir ein."

Die Behauptung, das Bild absichtlich falsch gewählt zu haben, dementiert der NDR ausdrücklich. "Den Vorwurf einer Absicht weisen wir zurück", teilt der Sender mit.

(hau)

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