Unterhaltung
Gewinner Tim Wiese -Schlag den Star

Nicht in Topform: Ex-Torhüter Tim Wiese. bild: screenshot prosieben

"Schlag den Star": Tim Wiese weiß nicht, wie die Kanzlerin heißt – und gewinnt trotzdem

dirk krampitz

Bei "Schlag den Star" traten zwei Ex-Sportler zum Duell der Kraftpakete an: Tim Wiese (38), ehemaliger Nationaltorwart und Ex-Wrestler, und der Ex-Football-Spieler Patrick Esume (46), heute Coach und Moderator.

Nach zwei Ausgaben mit Frauen sind bei nun endlich mal wieder die Männer dran, freut sich Kommentator Ron Ringguth. Und was für welche: "Der Kleinere ist 1,90 m groß, der Leichtere circa 100 Kilo schwer." Die beiden Kraftpakete könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Esume, der Ältere, gibt sich kämpferisch und springt wie ein Flummi die ganzen fünfeinhalb Stunden Sendezeit herum. Tim Wiese bezeichnet sich selbst als Frührentner und wirkt im mausgrau-oliven Hoodie eher verschlafen und unfit als lässig.

Den ehemaligen Leistungssportler würde man in ihm nicht unbedingt vermuten, wenn man Wiese heute auf der Straße trifft. Eher noch den Ex-Wrestler – sein zweiter, kurzer Karriereanlauf nach den Jahren als Profifußballer (Werder Bremen). Moderator Elton wird jedenfalls den ganzen Abend nicht müde, auf Wieses Form und Verfassung hinzuweisen. Bei allen Spielen, die mit Ausdauer zu tun haben, weist er auf mögliche Schwierigkeiten hin, favorisiert den fitteren Esume oder meint schnell, "schon ein Keuchen" gehört zu haben. Body Shaming scheint bei Männern für ihn ok zu sein.

Peinliche Wissenslücken: Angelika Merkel?

Die Spiele des Abends sind Spiele sind ganz auf die männlichen Kandidaten abgestimmt, es geht um Kraft und Ausdauer, Autos, Bier und sie haben Namen wie "Kabel verlegen" oder "Rein und raus".

Tim Wiese gerät schnell in einen deutlichen Rückstand. Esume ist meist schneller am Drücker bzw. Buzzer und weiß insgesamt auch einfach ein bisschen mehr. Zum Beispiel im Spiel, bei dem falsche Vornamen von Prominenten erkannt werden sollen. "Angelika Merkel" – das ist doch wohl richtig, glaubt Wiese.

Leider nein, Punkt für Esume, der es wusste. Bei "Olaf Scholz" kommt ein Aufstöhnen von Wiese, er hat offenbar auch hier keine Ahnung, ob das der richtige oder falsche Vorname ist. Esume dagegen kennt als Hamburger den Namen seines ehemaligen Bürgermeisters.

Bild

Viele Fragezeichen beim Vornamenraten. Tim Wiese, Moderator Elton, Patrick Esume (v.l.). bild: screenshot prosieben

Vielleicht liegt es nur am Thema Politik? Eher nicht, denn Wiese glänzt auch bei den Fragen zum aktuellen Geschehen beim Spiel "Blamieren oder Kassieren" nicht, kennt kaum ein abgefragtes TV-Sternchen und muss dann peinlicherweise auch noch bei einer Fußballfrage passen. Gefragt ist nach den Trainerwechseln in dieser Saison und weder er noch Esume können richtig den bei Schalke 04 benennen.

Elton mit bösem Seitenhieb

Elton freut sich, als immerhin er selbst als der aktuelle Moderator der Kindersendung "1, 2 oder 3" erraten wird. Er rät den beiden selbstgefällig, dass sie die mal schauen sollten: "Da könnt Ihr was lernen."

Auch das Spiel "Autos" gewinnt Esume souverän. Zu erraten sind hier anhand von Fotos Hersteller und Modell. Esume mutmaßt, dass es daran liegt, dass die gewählten Beispiele "zu klein, zu günstig" für Wiese gewesen seien und er sie daher gar nicht kenne. "Ab 200.000 hätte ich keine Chance gehabt", scherzt er. Und beim Porsche, den Wiese wohl gewusst hätte, war Esume einfach mal wieder schneller.

Besser schneidet Wiese bei den sportlicheren Spielen ab. So gewinnt er Handball und es stellt sich heraus, dass Esume so gar kein Ballgefühl hat, weil er als Ex-Footballer in seiner Position nichts mit dem Ball zu tun hatte, sondern nur Leute umschubsen musste. Auch einen Krug Bier kann Wiese im Spiel "Die Theke" weiter befördern als Esume. Kommentator Ron Ringguth tröstet die Zuschauer, falls jetzt jemand angesichts des verschütteten Bieres weinen sollte:

"Es ist alkoholfreies Kölsch. Also quasi kein Bier."

Ron Ringguth

ProSieben übertreibt es an diesem Abend etwas mit der Werbung in eigener Sache. Nicht nur, dass ständig auf andere Sendungen und Formate hingewiesen wird oder etwa die neue Computerspiel-Version von "Schlag den Star" angepriesen wird. Die Werbung reicht unangenehmerweise bis in die Spiele selbst. Highlight dabei, als das Auto des Werbepartners, das ohnehin vor jeder Werbeunterbrechung erscheint, auch noch im Spiel "Autos" auftaucht. Nett anzuhören dagegen immerhin aber die Zweitverwertung aus dem hauseigenen Musikformat FameMaker. Das Musikprogramm des Abends übernehmen der Erstplatzierte Basti und die Zweitplazierte Karolin "Cage" Gärtner.

Esume liegt zeitweise sehr deutlich in Führung und schlägt sich auch bei den kräftezehrenden Außenspielen besser als Wiese. Wohl liegt das durchaus auch an der Kondition, wie Elton nicht müde wird zu vermuten, aber Esume stellt sich einfach auch besser an, meistert den Parcours bei "Hand Bikes" in schnittigeren Kurven. Das bringt ihm dann allerdings auch eine heftig aussehende Kollision mit der Bande ein.

Zum Glück ist ihm nichts passiert, nur an seiner Fußstütze muss etwas repariert werden. Esume moniert das lautstark, des Weiteren einen Fehlstart und jammert nach dem Wettkampf herum, dass durch die Anstrengung nun "Arme und Beine, alles übersäuert" sei. Elton ist genervt über die ständigen Beschwerden: "Nur am Motzen", sagt er und tituliert ihn als "Mädchen!"

Spannende Aufholjagd

Überhaupt hat der Moderator nach dem aufreibenden Damen-Duell des letzten "Schlag den Star"-Battles offenbar wenig Geduld und eine kurze Zündschnur. Als Tim beim Bilderratespiel "Was passt nicht?" zu früh auf den Buzzer drückt, ermahnt er ihn eindringlich. Weil Wiese sich aber nicht sonderlich einsichtig zeigt, wird Elton energisch und seufzt am Ende: "Ich dachte, dass nach Verona Poth nichts mehr kommen kann."

Spätestens bei diesem Spiel ist der brummig-träge Tim Wiese aber aufgewacht und kämpft sich vom Rückstand über den Ausgleich zur Führung immer weiter nach vorne. Den ersten Matchball zu Wieses Gunsten kann Esume noch abwenden und so werden tatsächlich alle 15 Spiele gespielt.

Das letzte Spiel ist, wie oft, noch einmal ein Geschicklichkeitsspiel. Nacheinander müssen Kugeln auf freischwingende andere Kugeln gelegt werden, bis die unter dem Gewicht nachgeben und eine zu Boden fällt. Auch wenn Tim Wieses Hände etwas zittriger sind und er mehr Risiko eingeht bei der Platzierung, kann er dieses Spiel für sich entscheiden. Wissenslücken hin oder her, hier siegte vor allem der unermüdliche Sportsgeist. Man hätte es durchaus aus diesen Gründen beiden gegönnt, aber so kommt ein langer Fernsehabend nun endlich zu einem insgesamt zufriedenstellenden Ende.

Bild

Behält im Finalspiel die Nerven: Tim Wiese. bild: screenshot Prosieben

Die Challenges des Abends nochmal im Überblick:

Themen

Oliver Welke verzweifelt an Jana aus Kassel und macht sich gnadenlos über sie lustig

Also zogen sie hinaus nach siebenstündiger Diskussion in "Merkels Hinterzimmerrunde" und kündeten den Menschen feierlich: "Weihnachten ist genehmigt!" Sie, das sind laut Oliver Welke von der "heute-show" (ZDF) die "Neuauflage der Heiligen Drei Könige": "Melchior Merkel, Caspar Söder und Balthasar Müller".

Nach dem Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch hatten sie aber nicht Myrrhe, Gold und Weihrauch im Gepäck, sondern das Übergeschenk: Zwischen den 23.12. und dem 1.1. darf sich jeder mit bis zu neun …

Artikel lesen
Link zum Artikel