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Forscher machten in der Antarktis einen "überraschenden" Fund. (Symbolbild) getty images / David Merron Photography

Forscher entdecken Spuren eines Regenwaldes vor der Westantarktis

Wer geglaubt hat, er hätte schon alles gesehen, wird jetzt von der Natur eines Besseren belehrt. Denn zwei Dinge, die man wohl weniger zusammen vermuten würde, fanden offenbar doch zueinander: Nadelhölzer und die Antarktis.

Forscher haben in der Nähe der Westantarktis eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: Gut 30 Meter unter dem Meeresboden stießen sie auf Spuren von Nadelhölzern und Baumfarnen.

Der gemäßigte Regenwald wuchs dort in der mittleren Kreidezeit vor 90 Millionen Jahren, die als Zeitalter der Dinosaurier gilt, wie das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) mit Verweis auf eine Studie mitteilte. Veröffentlicht wurde sie kürzlich die im Fachmagazin "Nature". "Der Fund hat uns sehr überrascht", sagte Erstautor und Geologe Johann Klages der Deutschen Presse-Agentur.

Die Analysen hätten ergeben, dass es in der Antarktis damals im Jahresschnitt zwölf Grad Celsius warm war – zwei Grad höher als in Deutschland 2019. "Damit steht fest, dass die Antarktis eisfrei gewesen sein muss", sagte Klages. Dies sei bislang nicht sicher gewesen.

Antarctic Images by David Merron.

Die Antarktis: Früher lag hier also mal kein Eis. null / David Merron Photography

"Wir wussten nur, dass die Kreidezeit eine der wärmsten Zeiten war, aber hatten keine Hinweise aus der Gegend Nahe des Südpols."

Johann Klages dpa

Nicht der erste Fund dieser Art

Bei einer Expedition 2017 hatten Geologen im Küstenbereich der Westantarktis einen Sedimentbohrkern entnommen. Darin wurde mithilfe eines Computertomographen ein dichtes Wurzelgeflecht entdeckt. Die Forscher konnten zudem holzige Zellverbände, Pollen, Sporen von Gefäßpflanzen und Spuren von Blütenpflanzen erkennen.

Unklar sei zunächst gewesen, wie auf einer geografischen Breite von 82 Grad Süd mit einer viermonatigen Polarnacht ein gemäßigter Regenwald habe wachsen können. Analysen ergaben schließlich, dass die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre viel höher war als bisher vermutet.

"Die Studie verdeutlicht, welch hohes Potenzial das Treibhausgas Kohlendioxid als Energielieferant besitzt und welche Kühleigenschaft die heutigen Eisschilde haben", betonte Klages. Warum sich das Klima später nicht abkühlte, wissen die Forscher bisher nicht.

(vdv/dpa/afp)

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