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Schwanger und Männerstimme – warum Adele die tiefen Töne schwer fallen

Dass Frauen während und kurz nach der Schwangerschaft tiefere Stimmen haben sollen als sonst, beschäftigt britische Wissenschaftler und die Sängerin Adele.

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Laut einem Bericht der "Washington Post" habe die Sängerin bei einem Konzert in Sydney das Publikum um Nachsicht gebeten, bevor sie ihren Hit "Skyfall" anstimmte. Es würde ihr inzwischen schwer fallen, die tiefen Töne von 2012 zu treffen.

"Als ich diesen Song geschrieben habe, war ich hochschwanger", rief Adele verteidigend ins Publikum. Ihre Stimme sei damals viel dunkler gewesen. "Gibt's hier noch andere Frauen, die wie ein Mann klingen, wenn sie schwanger sind?"

2012 war Adele hochschwanger

Tatsächlich könnte die Britin damit nicht allein sein. Eine Studie der University of Sussex ergab, dass Frauen während der Schwangerschaft und noch bis zu einem Jahr danach eine zwei Noten tiefere Stimme haben.

Die Wissenschaftler untersuchten 600 Stimmproben von 40 Frauen über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Schwangeren unter den Probandinnen erlebten eine "stimmliche Vermännlichung", wie es in der Studie heißt. Ihre Tonlage sank um 44 Hertz. 

Kasia Pisanski, die in leitender Funktion an der Studie arbeitete, sagte der "Washington Post": "44 Hertz ist ein entscheidender Unterschied." Das Phänomen sei zwar seit den 70er-Jahren bekannt, bislang aber vor allem von Sängerinnen und Schauspielerinnen wahrgenommen worden, die ihre Stimme professionell einsetzten. 

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So hatte zum Beispiel auch Kirsten Bell 2013 auf People.com berichtet, dass ihre Stimme tiefer wurde, als sie schwanger war. Damals hatte sie für "Frozen" die Rolle der Anna vertont. "Nach dem Kind musste ich zurück ins Studio und alle Sätze noch einmal neu einsprechen, damit sie passten", erzählte sie dem US-Magazin damals.

Was der Grund für den Stimmabfall ist, wissen die Wissenschaftler nicht. Ihre Theorie sei derzeit, dass die Stimmlage von Frauen sich an ihre Fruchtbarkeit knüpfe – in fruchtbaren Zeiten wären Frauenstimmen höher, um auf Männer attraktiver zu wirken. So oder so "ist das nicht nichts, was einen beunruhigen sollte", sagte Pisaknski.

(jd)

Beim ESC 2018 gab es übrigens auch was auf die Ohren!

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