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Ungeklärtes Phänomen: Im südwesten der USA fallen Vögel tot vom Himmel. @salasphorus/screenshot: twitter

Forscher rätseln: Warum fallen tausende tote Vögel vom Himmel?

Was wie eine Szene aus einem Alfred-Hitchcock-Film klingt, ist für die Bevölkerung der US-Staaten New Mexico, Colorado, Texas, Arizona und Nebraska Realität geworden. Dort sind in letzter Zeit Tausende Zugvögel tot vom Himmel gefallen. Das berichtet der britische "Guardian".

Martha Desmond, Professorin für Biologie an der New Mexico State University (NMSU), blickt mit wachsender Sorge auf die Ereignisse im Südwesten der USA. Hundertausende Tierkadaver könnten bereits zu beklagen sein, sagte die Professorin dem Bericht zufolge.

Die Vögel fliegen während des Winters aus Tundra-Landschaften, wie in Alaska und Kanada, in Überwinterungsgebiete in Mittel- und Südamerika. Um dort hin zu gelangen, überqueren die Vögel den Südwesten der USA. Auf ihrem Weg müssen sie alle paar Tage landen, um sich auszuruhen und zu stärken.

Was steckt hinter dem Massensterben?

Bisher gibt es keine Erklärung für dieses Phänomen, doch die Forscherin Allison Salas hat einige Vermutungen, was das plötzliche Massensterben verursacht haben könnte. In einem Twitter-Thread beschreibt die Doktorandin, wo sie Vögel vorfindet und welche Schlüsse sie daraus zieht: "Es ist fast so, als wären die Vögel geflogen, bis sie nicht mehr konnten."

Die Waldbrände an der US-amerikanischen Westküste sind für die regionale Umwelt eine Katastrophe. Sie könnten auch der Grund für das Sterben der Vögel sein, vermutet Salas.

Die Brände könnten dazu geführt haben, dass die Vögel ihre Flugroute von der nahrungsreichen, kalifornischen Westküste ins Inland verlagert haben. Dort finden sich weit weniger Ressourcen, sodass die Vögel an Unterernährung sterben könnten. "Sie bestehen buchstäblich nur noch aus Federn und Knochen", schreibt Salas in ihrem Thread.

Für möglich hält die Wissenschaftlerin es auch, dass der Rauch der Waldbrände den Lungen der Vögel so sehr geschadet hat, dass sie daran gestorben sind.

Doch mit letzter Sicherheit ist bisher nicht zu erklären, wieso die Vögel tot vom Himmel fallen: "Es könnte eine Kombination von Dingen sein. Es könnte etwas sein, das uns noch völlig unbekannt ist", schreibt die Forscherin.

Der Klimawandel hat in den südwestlichen Bundesstaaten der USA für extrem trockene Bedingungen gesorgt. Das könnte zur Folge haben, dass es in diesen Regionen weniger Insekten gibt. Für Zugvögel stellen sie die Hauptnahrungsquelle dar. Fällt diese weg, könnte das auch den vermuteten Hungertod der Vögel erklären.

Einige der Vogelleichen sollen nun vom US Fish and Wildlife Service, einer dem Innenministerium unterstellten Behörde für Natur- und Artenerhaltung, untersucht werden.

Das Artensterben nimmt auch in Nordamerika immer dramatischere Ausmaße an. Seit 1970 ging die Vogel-Population um drei Milliarden Tiere zurück.

(vdv)

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