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5 unheimlich sinnlose Dinge, die Tiere tun – und die die Wissenschaft nicht erklären kann

Jodok Meier / watson.ch

Diese Tage, an denen du Dinge tust, die du selber nicht verstehst? Kennen wir alle. Und es scheint, als würde es unseren Kollegen vom Tier-Departement ähnlich gehen. Und zwar konstant.

Wieso verenden Ratten in utopischem Gefilde?

Ein Experiment des US-amerikanischen Wissenschaftlers John B. Calhoun stellt unseren Wunsch nach utopischen Lebensbedingungen auf den Kopf. Ab 1947 forschte er zum Verhalten von Mäusen und Ratten unter theoretisch optimalen Lebensbedingungen und fand dabei Erstaunliches heraus.

So sieht ein herkömmlicher John B. Calhoun etwa aus:

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bild: wikipedia

Calhoun stellte seinen Mäusen und Ratten ein utopisches Areal zur Verfügung: uneingeschränkte Nahrungsressourcen, ausreichend Platz, Abwesenheit von Fressfeinden, Unwettern und Krankheiten sowie optimale Nistplätze.

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Das Resultat: Am 600. Tag seines "Universe 25"-genannten Experiments war die gesamte Population wissenschaftlich betrachtet auf dem direkten Weg ins Aussterben.

In einem seiner Forschungsberichte heisst es:

Viele [weibliche Ratten] waren nicht in der Lage, ihre Trächtigkeit voll auszutragen oder den Wurf zu überleben, wenn sie es taten. Eine noch größere Anzahl vernachlässigten kurz nach erfolgreichem Wurf ihre mütterlichen Funktionen. Unter den Männchen reichten die Verhaltensstörungen von der sexuellen Abweichung bis zum Kannibalismus und von der frenetischen Überaktivität bis hin zu einem pathologischen Rückzug, aus dem Einzelne nur erscheinen würden, um zu essen, zu trinken und sich zu bewegen, wenn die anderen Mitglieder der Gemeinschaft schliefen. Die soziale Organisation der Tiere zeigte ähnliche Störungen.

John B. Calhoun Quelle: wikipedia

Trotz wissenschaftlichen Erklärungsansätzen bleibt letztlich schleierhaft, wieso genau sich die Population nicht einfach auf auf der idealen Grösse einpendelt, sondern sich selbst ins Aussterben manövriert. Calhoun nannte diesen ominösen Umstand schlicht "Verhaltenssenke".

Wieso werden aggressive Räuber plötzlich zu ruhigen Pilgern?

Stachelmakrelen sind Raubfische, die größtenteils im Alleingang Jagd auf Krebstiere und Sardinen machen. Sie leben unter anderem im Indopazifik in Küstennähe und frönen während einiger Wochen pro Jahr einer eigenartigen Tätigkeit.

Voilà: eine Stachelmakrele

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bild: wikipedia

Sie finden sich wie aus dem Nichts in einer großen Gruppe zusammen und schwimmen in den Mtentu-Fluss in Südafrika. Die aggressiven Raubfische sind plötzlich ruhig und friedlich, beinahe wie in Trance. Noch abstrakter ist allerdings, dass sie plötzlich Halt machen und den Grund für ihre Reise preisgeben.

Sie schwimmen im Kreis.

Ohne zu laichen, ohne sich zu paaren, ohne zu fressen, ohne sich auszuruhen. Einfach so. Ohne Grund. Danach schwimmen sie zurück ins Meer und gehen wieder auf die Jagd. Und niemand weiss wieso.

Wieso immer so nekrophil?

Nekrophilie (also das Begatten toter Artgenossen) ist im Tierreich keine Seltenheit. Bislang erklärte die Wissenschaft dieses makabere Phänomen damit, dass viele Tiere einen toten Artgenossen nicht direkt als tot wahrnehmen. Wenn also ein Tier in einer Position verschied, die unter lebendigen Umständen als paarungswillig gilt, ist die Chance gross, dass der Umstand des Todes lediglich sekundär ist.

Mh.

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gif: tenor

Neuere Beobachtungen geben aber Rätsel auf. So beobachtete der niederländische Biologe und Ornithologe Kees Moeliker, wie vor seinem Büro ein Enterich einen toten Enterich begattete.

Für alle, die wissen wollen, wie das aussieht, hier wäre das Bild von Moeliker:

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bild: youtube / cdi

Die homosexuelle Ausprägung von Nekrophilie machte in den Augen des erfahrenen Wissenschaftlers verhaltensbiologisch keinen Sinn.

Daraufhin achtete sich Moeliker genauer auf die Position der toten Tiere. So fiel ihm auf, dass auch der Geschlechtsverkehr zwischen einem lebenden und einem toten Frosch von der bisherigen Erklärung abweicht, da die Rückenlage des toten Frosches keineswegs einer paarungswilligen Haltung entspricht.

Auch hier gilt: Klicken auf Eigenverantwortung

BildBild aufdecken

bild: youtube / cdi

Auch Akte von speziesübergreifender Nekrophilie sind weiterhin unerklärt.

Hier zum Beispiel ein Frosch, der sich an einem Goldfisch zu schaffen macht (natürlich nur, wer will):

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bild: youtube / cdi

Diese neueren Erkenntnisse haben die alte These entkräftet. Es bleibt ein Rätsel, wieso sich Tiere nekrophil verhalten, wenn der Erhaltungstrieb als Grund ihres Tuns weg fällt.

Warum sind Delfine Asis?

Dass Delfine tote Fische zur Masturbation nötigen oder aber Baby-Delfine töten, damit deren Mutter wieder paarungsbereit und nicht mehr im lästig unwilligen Mutter-Modus ist, ist bekannt.

Andere Studien zeigen derweil eine weitere, dieses Mal kaum erklärbare Schattenseite der Flipper-Mafia auf. In Gruppen mobben und quälen die Delfine Schweinswale bis zum Tod.

Hey Flipper! ... Warum nur?

dolphin portrait detail of eye while looking at you from ocean

Bild: iStockphoto

In den bisherigen Studien konnte der Grund dafür nicht hergeleitet werden. Ausgeschlossen wurden bislang jedoch abweichendes Verhalten, Territorialität, Fortpflanzung oder Ernährung. Es kann auch nicht befriedigend belegt werden, dass es sich dabei um Übungsstunden in Sachen Jagd handelt.

Wieso springen Springböcke?

Wer Springbock heißt, soll gefälligst auch springen!

Und zwar so:

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gif: youtube

Unklar bleibt allerdings, wieso genau sie das tun.

Warnung vor Raubtieren? Zeichen an Raubtiere, dass sie fit sind? Zeichen an mögliche Partner, dass sie fit sind? Freude? Langeweile? Fitnesstraining? Es ist schlicht nicht belegbar. Dafür ist es aber weder Nekrophilie, noch Schweinswal-Mord. Darum also eigentlich egal, denn schön anzusehen ist es ja.

Diese Schnecke führt ein cooleres Leben als du

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Video: watson/Johanna Rummel, Marius Notter

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