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In this photo made on May 22, 2019, a long queue of mountain climbers line a path on Mount Everest. About half a dozen climbers died on Everest last week most while descending from the congested summit during only a few windows of good weather each May. (Nimsdai Project Possible via AP)

Dieses Bild geht momentan grad um die Welt: Schlange stehen beim berühmten Hillary Step. Bild: @Nimsdai Project Possible

Stau am Mount Everest – 12 Bilder, die den Wahnsinn auf dem Dach der Welt zeigen

Auf dem höchsten Berg der Welt staut sich's momentan ziemlich. Ein Bild der wartenden Masse am berüchtigten Hillary Step kurz vor dem Gipfel ging viral. Die folgenden zwölf Bilder und Videos zeigen dir den Wahnsinn:

Vor 64 Jahren wurde der Mount Everest erstmals von Tensing Norgay und Edmund Hillary bestiegen. Damals noch eine Sensation, mauserte sich die Besteigung des höchsten Bergs der Welt immer mehr zu einem "Massen"-Phänomen. Ein Blick in die Statistik zeigt den enormen Anstieg:

Bild

Bild: statista

Vergleicht man die Anzahl Aufstiege mit den Todesfällen am Everest, so sterben relativ wenig Menschen am Mount Everest. Das brachte dem höchsten Berg auch den Ruf ein, dass er "einfach" zu besteigen sei.

Mit dem Tod eines US-Bergsteigers ist die Zahl der Todesopfer am Mount Everest in diesem Jahr bereits auf elf gestiegen. Zuvor waren in den vergangenen Tagen bereits zehn weitere Menschen am Mount Everest ums Leben gekommen. Die Saison zur Besteigung des Mount Everest ist wegen der Wetterbedingungen auf eine kurze Spanne zwischen Ende April und Ende Mai begrenzt.

Die nepalesischen Behörden erteilten in diesem Jahr 381 Genehmigungen für den Gipfelsturm. Der Andrang führt zu lebensgefährlichen Staus in der "Todeszone" oberhalb von 8000 Metern, wo selbst gut trainierte Bergsteiger sich ohne künstlichen Sauerstoff nur kurze Zeit aufhalten können. Expeditionsteams mussten teilweise mehrere Stunden beim Auf- oder Abstieg am Everest-Gipfel ausharren.

Mindestens vier der diesjährigen Todesfälle werden mit solchen Staus in Verbindung gebracht. Es ist die opferreichste Saison am Everest seit 2015, als ein Erdbeben eine Lawine auslöste und 18 Menschen in den Tod riss.

Hoher Besucherandrang sieht dann so aus:

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Video: YouTube/Mingma G

Im Basislager nächtigen zeitweise bis zu 1500 Bergsteiger. Diese Luftaufnahme zeigt die Ausmasse.

Der Weg durch den Khumbu-Gletscher gehört zu den gefährlichsten Passagen beim Aufstieg. Aber auch hier heißt es: Geduld bewahren.

Man muss dabei in der Kälte stehen und frieren.

Beobachter meinten, dass manche der Todesfälle damit zusammenhängen, dass zu viele Bergsteiger auf einmal versuchen, den Everest zu besteigen.

Das Problem ist, dass wegen des Wetters nur kurze Fenster zur Besteigung offen sind.

Ein Bild aus dem vergangenen Jahr.

Bild

Schon 2012 (im Bild) wurde Kritik laut, dass zu viele den Everest besteigen. Bild: imgur

Von Jahr zu Jahr wird der Ruf nach Regulierungen lauter. Aber bis jetzt hat die nepalesische Regierung nichts gegen den Massenansturm gemacht.

Am Beispiel Mount Everest zeigt sich, wie schmal der Grat zwischen wirtschaftlichen Interessen und verantwortungsvollem Tourismus ist.

(jaw)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Halunke76 31.05.2019 12:04
    Highlight Highlight Hierbei wird allerdings, wissentlich oder nicht, außer Acht gelassen, daß es auch noch eine andere Möglichkeit gibt, diesen Berg zu besteigen. Nämlich von der chinesischen Seite aus. Dies ist etwas kostspieliger (Gebühren etc.) und die chinesische Regierung stellt weitaus weniger Genehmigungen für die Besteigung aus.

    Warum es die Nepalesen nicht schaffen, etwas gegen den Massentourismus und den damit verbundenen Nebeneffekten (Vermüllung etc.) zu tun, bleibt schleierhaft.

    Auch ich würde gerne mal dort oben stehen, aber für so eine Expidition muss man mehr als gerüstet sein, Geld reicht nicht

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